Oper:"Lieber sterben als hier leben"

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Auch wenn Europa zuletzt nur überbezahltes Scheinglück für Betrunkene liefert, so bleibt es für den Flüchtling Ali bis zum Ende Sehnsuchtsort und Reiseziel. (Foto: Simon Van Rompay)

Uraufführung in Brüssel: Die Oper "Ali" besingt das Aufregerthema Migration - kann das gut gehen?

Von Helmut Mauró

Eine kunsttheatralische Aufbereitung des Themas Flüchtende ist ebenso naheliegend wie riskant. Naheliegend, weil das Thema alle angeht und heftig diskutiert auch interessiert. Riskant, weil man mit allgemein aussagekräftigen Fakten argumentieren muss, also mit Klischees. Der Einzelfall sollte nicht Gesetze bestimmen, und das abstrakt formulierte Schicksal berührt nicht hinreichend, um politisches Handeln in Gang zu setzen. Was tun? In Brüssel - dem Sehnsuchtszentrum vieler Flüchtlinge - hat man nun eine Oper zum Thema auf die Beine gestellt. "Ali" heißt sie nach deren gleichnamiger Hauptfigur, abwechslungsreich komponiert haben sie Grey Filastine, Walid Ben Selim und Brent Arnold, das stimmige Libretto stammt von Ricard Soler Mallol, der auch Regie führt.

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