Gauche - "A People's History of Gauche" (Merge).

In der ziemlich lebendigen Indie-Szene von Washington, D.C., spielen Bands wie Priests und Downtown Boys seit ein paar Jahren lauten, euphorischen und klugen Postpunk. Seit neuestem auch Gauche, eine Art "Supergroup" aus Mitgliedern der anderen Bands. Zu hören auf der tollen Platte "A People's History of Gauche" (Merge). Schnell und ansteckend sind die Gauche-Dreiminüter, mit drängelnden Beats und zackigen Gitarren, so leuchtend und tanzbar, wie Postpunk Ende der Siebziger schon einmal klang - und so politisch, wie es die Gegenwart verlangt. In bissigen Zeilen geht es um die Hamsterräder unserer Zeit, um Lohnschecks, Überwachung, die Ohnmacht von Frauen und People of Colour und das Gefühl, ausweglos im System festzustecken. Kurzum: eine Sommerplatte über die Wut, über das Wegtanzen und Rausschreien ebendieser - und über die Schönheit des Dagegenhaltens. Von Annett Scheffel

19. Juli 2019, 04:492019-07-19 04:49:13 © SZ.de/qli