Alben der WocheEin königliches Riesenbaby, das sein Volk vor Gefahren rettet

Die "Flaming Lips" veröffentlichen eine strahlend utopische Konzeptplatte, "Gauche" ein Sommeralbum über die Wut. Und Xavier Naidoo versucht es mit der Liebe. Klappt aber nicht gut.

The Flaming Lips - "King's Mouth" (Bella Union)

Das neue Album der Flaming Lips gab es zum Record Store Day bereits kurz als limitierte Vinyl-Version, nun können sich endlich alle an ihrem neuen fantastisch bunt-glitzernden Psychedelic-Pop-Trip erfreuen. Denn eine so strahlend utopische und zugängliche Konzeptplatte ist Sänger Wayne Coyne seit "Yoshimi Battles The Pink Robots" (2002) nicht gelungen. Dabei hatte man nach den teils bizarren Experimenten und Abstraktionen der letzten Lips-Platten schon Angst gehabt, die Band würde zur eigenen Parodie werden. Aber in Form einer versponnenen, von Clash-Gitarrist Mick Jones erzählten Heldengeschichte über ein königliches Riesenbaby, das sein Volk vor einer fremden Gefahr rettet, findet Coyne zurück zu seiner ursprünglichen Kunst, sich mit Hilfe der Fantasy-Welten seiner Figuren durch universelle Themen wie Beziehungen, Erinnerung und Tod zu wühlen. "Although I have died / I will always exist", legt er seinem König jubilierend in den Mund. Und meint sich selbst und uns alle. Von Annett Scheffel

19. Juli 2019, 04:492019-07-19 04:49:13 © SZ.de/qli