Jungle - "For Ever" (XL Recordings)

Warum haben die jetzt eigentlich so lang gebraucht? Vor vier Jahren wurde die Londoner Band Jungle gefeiert für ihren schlaksigen Soulfunk, das Debütalbum gewann alle möglichen Preise, die Songs liefen sofort in Werbung und Videospielen, die Band trat gemeinsam mit Pharrell Williams auf, allgemeiner Jubel. Aber erst jetzt erscheint das zweite Album "For Ever" (XL Recordings). Vielleicht liegts an der Produktionsweise: Eigentlich ist Jungle ein Duo, Tom McFarland und Josh Lloyd-Watson basteln die Musik zu Hause am Laptop zusammen. Nachdem sie dann aber lange Zeit live alles mit einer Acht-Mann-Band gespielt haben, war es möglicherweise nicht leicht, sich wieder im kleinen Rahmen zurechtzufinden. Hat aber geklappt, die beiden produzieren auch jetzt wieder Musik, bei der sich die Cocktails quasi von selbst ins Glas stürzen. Jeder Song eine glitzernde Discokugel, alles voller Handclaps und Geigen, darunter ein federnder Bass, der Hüften in Gummibäume verwandelt. Nichts daran ist überraschend, aber das soll es auch nicht sein: professionelle Party-Musik auf hohem Niveau. Von Max Fellmann

14. September 2018, 05:132018-09-14 05:13:56 © SZ.de/doer