Alben der WocheJeden Funken von Menschlichkeit verlieren

Liam Gallagher wird kein begnadeter Songwriter mehr, Shirin David steigert Konsumgeilheit bis zur Ideologiekritik und Thees Uhlmann witzelt über Avicii.

Von den SZ-Popkritikern

Brittany Howard - "Jaime" (Sony Music)

Brittany Howard, eigentlich Kopf und Sängerin der Alabama Shakes, hat mit "Jaime" (Sony Music) ihr erstes Soloalbum aufgenommen. Das Debüt der Alabama Shakes war vor sieben Jahren mit elegant verrumpeltem Soulbluesrock eine kleine Retropop-Sensation, die sie mit dem Nachfolger "Sound & Color" und famosen Songs wie "Don't Wanna Fight" fortsetzten. Auf "Jamie" fehlen Geniestreiche dieser Art, das ist aber gar kein besonderes Problem. Die Platte ist dafür eine große, immer leicht verschleppte, warme Soul-Meditation, retro und doch nie altbacken, was auch am ganz eigenen Zauber der Stimme Howards liegt, die immer ein bisschen so klingt wie ein Frosch mit einer sehr, sehr guten Soulstimme. Von Jens-Christian Rabe

20. September 2019, 04:502019-09-20 04:50:35 © SZ.de/qli