Alben der WocheGeigen drunter, Klavier drüber, Mittagsschlaf

Bei Lana Del Rey stellt sich die Frage: Ist sie eher Bot oder Turbomixer? Common lernt von seiner Tochter und Sheryl Crow hat jeden anderen Musiker der Welt zu Gast.

Sheryl Crow - "Threads" (Universal Music)

Recht imposante Geriatrie-Versammlung, die Sheryl Crow hier ein Album nennt. Die Gäste auf "Threads" (Universal Music) sind durchweg ziemlich alt (Chuck D, Eric Clapton, Bonnie Raitt, Stevie Nicks, Sting), ganz schön alt (Willie Nelson, Kris Kristofferson, Keith Richards, Mavis Staples) oder schon tot (Johnny Cash). Und da, wo sie noch nicht alt (oder tot) sind (Gary Clark Jr., St. Vincent), klingen sie trotzdem nicht wirklich jung. Wie wirklich absolut nichts neu oder unbekannt oder irgendwie innovativ klingt auf diesem dann doch ein bisschen irrwitzigen Sammelsurium, auf dem wirklich jeder Musiker der Welt vertreten scheint (Chris Stapleton, Jason Isbell, Lucius, Emmylou Harris, James Taylor, Vince Gill, Lukas Nelson, Maron Morris, Brandi Carlile und Joe Walsh sind zum Beispiel auch noch dabei). Und daran sieht man dann aber vor allem, wie hohl Kategorien wie alt und jung doch zur Zeit sind. Denn das, was die große Versammlung hier an Rock und Blues und Folk (und ganz klein wenig Rap) abliefert, ist unterm Strich schließlich: oft ziemlich gut. Und das muss doch dringend mal wieder reichen. Von Jakob Biazza

Bild: Universal Music 30. August 2019, 10:492019-08-30 10:49:25 © SZ.de/biaz