The Nude Party (New West Records)

Es ist faul und führt meistens in mehr Sackgassen als Auswege, wenn man die Musik einer unbekannten Band mit der Musik bekannter Bands vergleicht. Die Gefahr zum Beispiel ist sehr groß, dass sich unter dem Hinweis, jemand klinge wie der frühe Springsteen, sechs von zehn Menschen gar nichts und die übrigen vier womöglich sechs verschiedene Dinge vorstellen dürften. Als Kritiker soll man seine Arbeit machen und Kritik ist schließlich eigentlich die Kunst der Unterscheidung. Aber dann hat man das neue, unbetitelte Debüt-Album der amerikanischen Indierock-Band "The Nude Party" (New West Records) zwischen den Ohren, hört Songs wie "Records" oder "Water On Mars" und es geht ausnahmsweise doch leider nicht anders: Diese Band klingt exakt wie die blasierten Schrammel-Stones der Sechziger, wenn die eine amerikanische College-Band gewesen wären. Nur nicht auf "Chevrolet Van". Da klingen sie wie die Stones, wenn Bob Dylan ihr Sänger gewesen wäre. Keine Ahnung, wohin das führen soll, aber sie machen es wirklich sehr gut. Von Jens-Christian Rabe

Bild: New West Records 6. Juli 2018, 05:152018-07-06 05:15:23 © SZ.de/bere