Alben der WocheEwig-nostalgische Männerkraftmeierei

Saltatio Mortis spielen Musik, die klingt, wie Kerle in Gladiatoren-Filmen aussehen. Und Ufo361 vertont seine eigene Todesanzeige.

Animal Collective - "Tangerine Reef" (Domino)

Eine gute Weile lang war die amerikanische Avantgarde-Indiepop-Band Animal Collective die hippste Band der Welt. Das war Ende des vergangenen Jahrzehnts. Ihre Musik wehte psychedelisch-versponnen so dahin, und nach dem ersten Staunen umfing einen etwas, das man vielleicht unwiderstehliche Langeweile nennen kann. Eigentlich waren und sind Animal-Collective-Songs keine Songs, sondern Tonspuren zu irritierenden Tagträumen aller Art. Das neue Album der Band, "Tangerine Reef" (Domino), ist nun konsequenterweise auch mal wieder gar kein klassisches Pop-Album. Es ist ein "audiovisuelles Album", das zusammen mit einer Videoinstallation des Künstlerduos Coral Morphologic entstanden ist, zur Feier des "Jahres des Riffs" und aussterbender Unterwasserwelten. Tja, und was soll man sagen: Exakt so klingt es auch. Anders gesagt: "Tangerine Reef" ist eher ein Klangteppich für ein öffentliches Aquarium, in dem es allen Lebewesen ziemlich schlecht geht. Von Jens-Christian Rabe

Bild: Stay High 17. August 2018, 05:192018-08-17 05:19:46 © SZ.de/doer/biaz