Lenny Kravitz - "Raise Vibration" (BMG/Warner)

Ahh! Das kennt man doch! Dieses sanft ausklingende Pling der E-Gitarrensaite am Ende des ersten Songs. Was ist das nochmal gleich? Die Beatles? Marvin Gaye? Sly & the Family Stone? Flüchtige Erinnerungsflashbacks wie dieses überfallen einen so einige, wenn man sich "Raise Vibration" (BMG/Warner), das neue Album von Lenny Kravitz anhört. Und was soll man sagen? Es ist, wie zu erwarten, eine sehr nett groovende Funk'n'Soul-Retroparty geworden. "Get it all together, yeah! Uh! Alright!", singt Kravitz im ersten Song. Dann folgt eine Woaiggldiwiggdi-Gniedel-Gitarre. Nicht zu verwechseln mit einer Wakadiwaka-Funk-Gitarre, die an späterer Stelle noch prominent auftauchen wird. Es geht um Bomben, Krieg, Rassismus, große und wichtige Themen, ledrig-sexy runtergerockt von Kravitz mit ganz viel Weltbürgergewissen. "We must all unite", "We must all join the fight", "Together we are strong" und ganz viel huggin' und lovin'. Das ist alles richtig und wichtig. Sex für eine bessere Welt. Aber, Moment, hatten wir das nicht auch schon einmal? Von Julian Dörr

Bild: dpa 7. September 2018, 05:102018-09-07 05:10:33 © SZ.de/doer