Alben der WocheAm Ende zählt nur der superfluffige Superfluff-Pop

Carly Rae Jepsen schrammt am Hit vorbei, The National liefern Indie-Schmalz und Jochen Distelmeyer versucht sich an Doris Days berühmtesten Lied.

The National - "I Am Easy To Find" (4AD)

Der bittersüße Gag des zeitgenössischen Pop ist natürlich, dass die amerikanische Band, die sich The National nennt, eine lakonisch-selbstironische linke Indiepop-Band ist. Ihr am Freitag erscheinendes, achtes Studioalbum "I Am Easy To Find" (4AD) ist wieder voller hymnischer Andachten wie "Oblivions", "I Am Easy To Find" oder "Her Father In The Pool", also herzerwärmendem Indie-Schmalz mit viel zartem Gesang, verhallten Gitarren, getragenen Klavierakkordtupfern und ganz bisschen elektrischem Geklöppel. Anders gesagt: Ob ein paar Popsongs als Schlaf- oder Schmerztablette wirken, kann etwas sehr unterschiedliches sein und hängt längst nicht immer bloß von ihnen selbst ab. Von Jens-Christian Rabe

17. Mai 2019, 07:202019-05-17 07:20:10 © SZ vom 15.05.2019/biaz