Alben der WocheMittelschwer misogyne Straßenjungsphantasien

Capital Bra macht mit "CB6" eine bestimmte Zielgruppe irre glücklich. Die Chemical Brothers feiern den Untergang. Und die Supergroup LSD serviert Raubkunst satt.

Von den SZ-Popkritikern

Capital Bra - "CB6" (Urban)

Der in Sibirien geborene 24-jährige Berliner Rapper Vladislav Balovatsky alias Capital Bra ist der deutsche Pop-Superstar der Stunde. Als erstem Künstler gelangen ihm gerade zwölf deutsche Nummer-Eins-Hits innerhalb von nur 12 Monaten. Jetzt erscheint sein sechstes Album "CB6". Und was soll man sagen? Freunde von ultramaterialistischen und mittelschwer misogynen Straßenjungsphantasien ("Babe, was willst Du trinken, ich kauf Dir den ganzen Laden / Komm doch einfach mit zu mir, und stell mir keine Fragen"), elegisch jaulend über schwer schleppenden Beats und allerlei Vibraphon-Geklöppel serviert und von der Tonhöhenkorrektur-Software Autotune leicht orientalisch verflattert, werden mit diesem Album bestimmt irre glücklich. Von Jens-Christian Rabe

Bild: Urban 12. April 2019, 11:572019-04-12 11:57:22 © SZ vom 10.04.2019/luch