Robag Wruhme - "Venq Tolep" (Pampa Records)

Gäbe es eine Art Manufactum für Techno, lägen Robag Wruhmes Drumsounds ganz vorne in der Auslage, alles handgegerbt, echte Zirbenholz-Snares. Jedes Geräuschchen scheint in tagelanger Arbeit austariert worden zu sein, im Raum platziert, zu Ende justiert. Die Tracks funktionieren - sofern man halbwegs anständige Lautsprecher hat - wie Soundinstallationen, bei denen man jedes Detail einzeln betrachten kann (Hast du schon die Hihat hier gehört?). Für den Club ist das nur stellenweise geeignet, weil vieles erstaunlich kurz ist. Wie schade, dass etwa "Ago Lades" nach ein bisschen Eingrooven und kaum 40 Sekunden schon wieder vorbei ist. Die Stimmung ist freundlich-melancholisch, man denkt beim Hören plötzlich an Pfingstferien mit 17 und bestellt sich dann sündhaft teure Kopfhörer, weil: irgendeinen Vorteil muss es ja haben, inzwischen erwachsen zu sein. Von Quentin Lichtblau

Bild: Pampa Records 7. Juni 2019, 05:222019-06-07 05:22:20 © SZ.de/qli