Aktion Arien vor Caravaggio

Heil trotz Pfeil: Caspar Singh vor dem Heiligen Sebastian von Nicolas Regnier (ca. 1590-1667)

(Foto: Wilfried Hösl)

Die Performance "Selbstermächtigung" der Alten Pinakothek mit dem Opernstudio der Bayerischen Staatsoper ist seit Monaten ausverkauft. Für SZ-Leser gibt es nun exklusive Tickets

Von Henrik Oerding

Wenn sich zwei große Institutionen wie die Bayerische Staatsoper und die Alte Pinakothek zusammentun, treffen auch die kulturellen Mächte der Musik und der bildenden Kunst aufeinander. Kein Wunder also, das alle Veranstaltungen dieser besonderen Liaison längst ausverkauft sind: Für die sechs Abende "Selbstermächtigung" gibt es schon seit Monaten keine Karten mehr. Nun allerdings gibt es eine siebte Vorstellung - exklusiv für SZ-Leser.

In "Selbstermächtigung" übernehmen vier Sängerinnen und Sänger des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper die Ausstellungsräume der Alten Pinakothek. Dort findet zurzeit die Ausstellung "Utrecht, Caravaggio und Europa" statt. Sie zeigt Bilder von Michelangelo Merisi, besser bekannt als Caravaggio, und seinen geistigen Nachfolgern aus den Niederlanden und ganz Europa. Die Bilder sind vom Chiaroscuro, einem starken Hell-Dunkel-Kontrast bestimmt. Sie zeigen sowohl biblische Szenen wie die Kreuzigungen von Petrus und Jesus als auch Ikonen wie den Heiligen Sebastian. Oft mit expliziter Gewalt, etwa die Enthauptung des Holofernes. Diese drastischen Bilder waren im Barock ein bewusster Bruch, eine Entscheidung für eine realistischere Darstellung der Figuren und Emotionen. Eine Selbstermächtigung der Maler also. Die eindrucksvollen Gemälde werden in der musikalischen und szenischen Performance von Georgine Balk mit Gesang, Bewegung und Licht neu interpretiert und durch die Sängerinnen und Sänger des Opernstudios zum Leben erweckt. Bass Oleg Davydov, Sopranistin Anna El-Khashem, Mezzosopranistin Natalia Kutateladze und Tenor Caspar Singh gehen mit den Zuhörern durch die Ausstellung, stehen, singen und spielen vor den Gemälden. Sie schwingen Leuchtstoffröhren in verschiedenen Farben, als indirekte Beleuchtung der schummrigen Pinakothek, als Pfeile oder Lichtschwerter. Begleitet werden die Sänger von Violine, Fagott und Akkordeon. Für Leser der Süddeutschen Zeitung hat die Alte Pinakothek nun eine Zusatzvorstellung angesetzt.

Selbstermächtigung, Sondervorstellung für SZ-Leser am Mittwoch, 19. Juni, 22.15 Uhr, Alte Pinakothek, Barer Straße 27; die ersten 40 Leser erhalten kostenlosen Zutritt, dafür E-Mail mit Namen an lea.salomon@sueddeutsche.de (maximal zwei Tickets pro Person)