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Air Force One:Donald Trump, Chefdesigner

Hat er die ausgemalt? Präsident Trump hält ein Bild des neuen Designs der Air Force One in die Kamera.

(Foto: AP)

2024 sollen die beiden betagten "Air Force One"-Jets ausgetauscht werden. Der Präsident legte angeblich selbst Hand an die neue Optik der Maschinen.

Wenn man den Gerüchten glauben mag, dann hat der Meister höchstselbst letzte Hand an die Entwürfe gelegt - und wer wollte bezweifeln, dass Donald Trump neben seinen vielfachen sonstigen Begabungen auch in der Lage wäre, ein Flugzeug zu designen. So oder so: Während eines TV-Interviews hat der US-Präsident jetzt gleich mehrere Entwürfe vorgestellt, die seinen Dienst-Jet, die legendäre Air Force One, in neuem Gewand zeigen: Statt Azurblau, Babyblau und Weiß sollen die beiden neuen Maschinen vom Typ 747-8, die die Regierung bei Boeing bestellt hat, künftig die Nationalfarben Weiß, Rot und Marineblau tragen. Lediglich bei der Lackierung der vier Triebwerke ringt der Designer-in-Chief noch mit sich.

Die Air Force One, das weiß man, ist nicht einfach ein Flugzeug: Filme wurden nach ihr benannt, und an Bord soll sich manch menschliches Drama abgespielt haben. Dabei bezeichnet der Begriff, streng genommen, gar keinen bestimmten Jet, Air Force One ist vielmehr das Funkzeichen jedweder Maschine, in der der Präsident gerade sitzt.

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Deren Flugzeuge standen auf einem Fluhafen zufällig nebeneinander. Dem Fotografen Andy Gaggioli gelang ein grandioses Bild davon, das gerade weltweit geteilt wird.

Dennoch gibt es wohl nicht viele Insignien der Macht, die Stolz und Identität der USA so sehr symbolisieren, wie jene beiden betagten Jumbos, die George Bush der Ältere 1990 in Betrieb genommen hatte und deren Austausch Barack Obama kurz vor Ende seiner Amtszeit beantragte. Die neuen Jets sollen 2024 in Dienst gestellt werden.

Obamas Nachfolger, für den Statussymbole Voraussetzung menschlicher Existenz sind, erkannte sofort die Chance, der Welt etwas Dauerhaftes zu hinterlassen. Nicht nur dass Trump, laut Selbstauskunft ja cleverster Geschäftsmann auf dem Planeten, die Kosten für die beiden neuen Flieger angeblich um fast ein Drittel drückte - was sich anhand der bekannten Zahlen nicht recht nachvollziehen lässt. Er verpasste dem Jet, der seit John F. Kennedys Zeiten praktisch immer gleich aussah, vielmehr auch ein vermeintlich "stolzeres" Aussehen.

Inspirieren ließ er sich dabei offenkundig von einem Flugzeug, das die Amerikaner nur zu gut aus dem Wahlkampf von 2016 kennen: seinem eigenen. Die private Boeing 757 ist in genau den gleichen Farben lackiert, lediglich in anderer Anordnung. Wohl nur üble Nachrede ist dagegen, dass der Präsident den bisherigen Schriftzug "United States of America" auf der Air Force One durch jenen ersetzen will, der auch auf seiner Privatmaschine prangt: "Trump".

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