Zumindest Beatrix von Storch ist begeistert. Auf Facebook verlinkt die AfD-Politikerin den Auftritt des gerade von der Zeit zur Bild gewechselten Kolumnisten Harald Martenstein im Hamburger Thalia-Theater mit einem Befehl in Großbuchstaben: „Diese kurze Rede ANHÖREN! Diese Rede hat 84 Millionen Reichweite verdient. MUSS jeder hören.“ Das ist nicht ironisch gemeint und auch kein Missverständnis. Mit seiner auf der Thalia-Bühne im Wutbürgertonfall vorgebrachten These, wer ein Verbot der AfD fordere, wolle nichts anderes als „das Ende der Demokratie“, spricht Martenstein der AfD-Bundestagsabgeordneten naturgemäß aus der Seele. Das ist mal was Neues und zumindest ein origineller Beitrag zum Karneval der Kulturen: Das gesichert linksliberale Thalia-Theater liefert Argumentationshilfe für die AfD-Bundestagsfraktion. Wo bleibt da die berühmte, so oft beklagte „Verengung des Meinungskorridors“? Am Thalia-Theater geht alles.
Theater und PolitikKann das mehr sein als eine schrille Show?
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Am Hamburger Thalia Theater spielen Referenten, Experten und einige Selbstdarsteller drei Tage lang das Für und Wider eines Verbotsverfahrens der AfD durch.
Von Peter Laudenbach
