Wahlkampf ist die Zeit der Wunder, das gilt besonders in Sachsen-Anhalt. Sollte die AfD dort nach der nächsten Wahl tatsächlich an die Regierung kommen, will sie ein wahres Füllhorn über dem Land ausschütten. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund prophezeite den Wählerinnen und Wählern im Gespräch mit dem Schweizer Journalisten Roger Köppel „endlich die blühenden Landschaften, die uns hier vor 35 Jahren schon versprochen wurden“. Für diese Ziele werde seine Partei einerseits die Wirtschaft entlasten und zugleich den Deutschen mehr zukommen lassen, nur zur Finanzierung der Pläne schwieg er sich aus. Siegmund gefällt sich in der Pose des Anwalts der kleinen Leute. Bei ihm geht es um kostenlose Kitaplätze, im Bund setzt sich seine Partei für ein gesetzliches Rentenniveau von 70 Prozent ein und fordert zugleich den Ausbau privater Alterssicherung sowie die Abschaffung der Erbschaftsteuer. Bei solchen wirtschafts- und sozialpolitischen Verlockungen ist für jeden etwas dabei.
DebatteWie links ist die AfD?
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Abgerissenes Wahlplakat der AfD in Berlin.
Stefan Zeitz Photography/ImagoDie Partei inszeniert sich als Kümmerer für sozial Schwache. Doch der zentrale Unterschied zwischen rechts und links liegt nicht in der Sozialpolitik, sondern im Gedanken der Gleichheit.
Gastbeitrag von Volker Weiß
