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Adornos Philosophenworte:Fun ist ein Stahlbad

Am 11. September 2003 wäre Theodor W. Adorno 100 Jahre alt geworden. Wir haben mit gebührendem Respekt in seinen Schriften geblättert und die aufregendsten Erkenntnisse des Jahrhundertphilosophen heraus geschrieben. Für alle ABC-Schützen der Frankfurter Schule - und solche, die es werden wollen.

Der Musiker, Soziologe und Philosoph Adorno wurde am 11. September 1903 in Frankfurt geboren. Er ist Mitbegründer des Frankfurter "Instituts für Sozialforschung", das er mit Max Horkheimer leitete, und Kopf der sogenannten "Frankfurter Schule".

Der SWR hat eine zweiteilige Dokumentation von Meinhard Prill und Kurt Schneider zu Adorno im Programm. Der erste Teil: Der Bürger als Revolutionär, wurde am 04. September 2003 ausgestrahlt. Der zweite Teil: Wer denkt, ist nicht wütend, folgt am 11. September 2003 um 22.30 Uhr.

(Foto: Bild: SWR/Suhrkamp/Ilse Mayer-Gehrken)

Sein Einfluss auf Politikik, Philosophie und Kultur in Nachkriegsdeutschland war enorm. Die "Kritische Theorie" wurde in nahezu jedem geisteswissenschaftlichen Proseminar geplündert. Die 1947 bei Querido in Amsterdam erschienene "Dialektik der Aufklärung", die er mit Horkheimer im amerikanischen Exil verfasst hatte, war dort Pflichtlektüre. Genauso die "Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben."

Adornos Philosphie ist dabei keineswegs leichtgängig. Wie Jürgen Habermas, ehemaliger Forschungsassitent am Frankfurter Institut und seit 1964 Nachfolger von Max Horkheimer, in der aktuellen "Zeit" schreibt, verbindet sich darin "der ernüchternde soziologische Blick auf die unbegriffene Komplexität des verknoteten Ganzen mit dem Vertrauen in die analytische Kraft eines negierenden Denkens, das diesen Knoten lösen würde - wenn sich die denkenden Subjekte nur nicht einschüchtern ließen."

Nicht einschüchtern lassen sollte man sich aber auch von den folgenden Sentenzen aus dem Gesamtwerk Adornos. Die analytische Kraft des negierenden Denkens kleidet sich ausdrücklich in eine Sprache, die Sagen wie Nicht-Sagen ineins setzen will, um sich nur ja nicht mit einer Wirklickeit gemein zu machen, die Adorno nur als "Depravation" bezeichnen kann.

"Wenn die Öffentlichkeit einen Zustand erreicht hat, in dem unentrinnbar der Gedanke zur Ware und die Sprache zu deren Anpreisung wird," heißt es in der Vorrede zur ´Dialektik der Aufklärung´, "so muß der Versuch, solcher Depravation auf die Spur zu kommen, den geltenden sprachlichen und gedanklichen Anforderungen Gefolgschaft versagen, ehe deren welthistorische Konsequenzen ihn vollends vereiteln."

sueddeutsche.de listet einige dieser inzwischen Berühmtheit erlangten Versuche.

Und das wäre nicht ohne weiteres möglich gewesen, wenn nicht - gerade rechtzeitig zum 100. Geburtstage Adornos - die 20-bändige Suhrkamp-Standard-Ausgabe seiner Schriften auf CD-Rom erschienen wäre, die wir intensiv genutzt haben:

"Theodor w. Adorno: Gesammelte Schriften." ist als Band 97 in der Reihe: Digitale Bibliothek erschienen und ab sofort zum Preis von 99 Euro im Buchhandel erhältlich.

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