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Achtundsechzig:Hamburger Apo

Von der Seite: SDS/APO 68 Hamburg
Für die kleinen Favoriten
(Foto: Günter Zint)

Von WILLI WINKLER

Achtundsechzig hörte 1968 nicht auf, zwei Jahre später besetzten zum Beispiel Mieter in Hamburg das Haus an der Ecke Hayn- und Hegestraße und wehrten sich so lange gegen alle Räumungsklagen, dass sie heute als zivilcouragierte Fighter gegen Mietspekulation grüßen. Das ist ein winziges Detail aus der digitalen Protestchronik https://sds-apo68hh.de. Organisiert von Veteranen der unterschiedlichsten Gruppen und Fraktionen, will diese Seite rekonstruieren, was vor fünfzig Jahren in Hamburg alles passiert ist. Hier wurde nicht nur der tausendjährige Muff unter den Talaren hervorgekehrt, Raddatz forderte auf der Moorweide die Enteignung Springers, der Schüler und spätere Rowohlt-Lektor Michael Töteberg fotografierte Peter Rühmkorf, wie der beim Ostermarsch 1967 tapfer ans Mikro trat, in der Werft Blohm + Voss kam es aus Protest gegen die portugiesische Kolonialpolitik zu einem Anschlag auf eine Korvette. Unglaublich, aber Hamburg bebte.

© SZ vom 26.09.2020

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