Großer Austausch
Der Ausdruck vom "großen Bevölkerungsaustausch" stammt von dem französischen Autor und Politiker Renaud Camus, der in seinem Buch "Le grand remplacement" von einer gezielten "Gegen-Kolonisierung" raunt: Die arabischen und nordafrikanischen Länder würden ihre Jugend nach Europa schicken und dort rüde und rücksichtslos die alteingesessene Bevölkerung vertreiben. Dem "internationalen Kapital" kann das nur recht sein, kommt es doch so an billige Arbeitskräfte. Die Regierungen planen deshalb hinterrücks den Austausch der Arbeiterschaft bzw. die "Auflösung" des eigenen Volkes. Und die kulturelle Elite sieht in ihrer läppischen Naivität nicht, was die Stunde geschlagen hat, sondern freut sich über multikulturelle Lebensbereicherung. Camus-Leser verweisen gern auf Jean Raspail, der bereits 1973 "Das Heerlager der Heiligen" verfasste, eine Art Zombieapokalypse. Nur dass es in Raspails Roman Inder sind und keine Zombies, die zu Hunderttausenden an der Mittelmeerküste anlanden und als amorphe Elendsmasse die "Invasion" Europas einläuten. Die französische Armee kapituliert, noch bevor es überhaupt zu Kämpfen kommt, der Westen willigt lasch in den eigenen Untergang ein. Marine le Pen und Trumps ehemaliger Chefstratege Stephen Bannon beziehen sich leidenschaftlich gern auf Raspails Endzeitspektakel, schließlich habe der mittlerweile 91-Jährige schon damals vorhergesehen, dass Genderwahn, Liberalismus und Demokratie den Westen tödlich schwächen.