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Academy Awards:Das sind die Oscar-Gewinner 2016

Ein großer strahlender Sieger? Leonardo DiCaprio natürlich, aber ansonsten wurden die Oscars ziemlich wild über die nominierten Filme verteilt.

Von Irene Helmes

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Quelle: AFP

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Bester Film: "Spotlight"

Es ging um die groteske Vorgeschichte der Finanzkrise ("The Big Short") , um klassische Spionage ("Bridge of Spies"), um Überlebenskämpfe in einer apokalyptischen Welt ("Mad Max: Fury Road"), in den eisigen Weiten Nordamerikas ("The Revenant") und im Weltraum ("Der Marsianer"), um ein Frauenschicksal ("Brooklyn") und um eine eingesperrte Familie ("Raum"). Doch am Ende hat die Verfilmung einer anderen, wahren Geschichte die Jury am meisten mitgerissen:

"Spotlight" erzählt den Fall amerikanischer Journalisten, die einen zunächst schier unglaublichen Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche von Boston aufdecken.

Anders als in anderen Jahren bedeutet dieser Oscar aber keinen Preisregen für das gesamte Team in den anderen Kategorien. Die Schauspielerpreise etwa wurden diesmal an die Konkurrenz verteilt.

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Bester Schauspieler: Leonardo DiCaprio

Ob er schreiend aus dem Saal gerannt wäre, wenn Bryan Cranston, Matt Damon, Michael Fassbender oder - schon wieder - Eddie Redmayne den Oscar gewonnen hätte? Wohl kaum. Aber er wäre gezwungen gewesen, einmal mehr die Miene des guten Verlierers aufzusetzen. Das blieb ihm nun erspart.

Denn mit "The Revenant" ist für Leonardo DiCaprio endlich der Knoten geplatzt. So konnte er endlich seine, wohl recht gut vorbereitete Dankesrede halten. Seinem "Bruder" in diesem Filmabenteuer, dem Nebendarsteller Tom Hardy, danken, dem Regisseur Alejandro G. Iñárritu für ein einmaliges Filmerlebnis. Und auf sein großes Anliegen jenseits der Leinwand hinweisen: "Der Klimawandel passiert wirklich", so der Star - "da tickt eine Bombe, die wir jetzt entschärfen müssen".

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Beste Schauspielerin: Brie Larson

Sie mag es, wie viele Menschen an einem Film mitarbeiten, sagt Brie Larson. Und bedankt sich sogar beim Publikum, dafür, dass es noch ins Kino geht. Die bislang unbekannteste der Nominierten in ihrer Kategorie sammelt Sympathiepunkte für ihre Rede.

Ihre Leistung im Drama "Raum" als Mutter, die mit ihrem Kind in einem kleinen Zimmer eingesperrt ist, hat Cate Blanchett, Jennifer Lawrence, Charlotte Rampling und Saoirse Ronan ausgestochen. Immerhin, ein bisschen auf den neuen Ruhm konnte sich die 26-Jährige schon vorbereiten - als sie im Januar den Golden Globe bekam.

Und jetzt? "Dieser Film hat mich verändert - ich bin jetzt ein komplett anderer Mensch", so Larson auf der großen Bühne.

Britain's Mark Rylance blows a kiss after receiving the Oscar for Best Supporting Actor for the movie 'Bridge of Spies' at the 88th Academy Awards in Hollywood

Quelle: REUTERS

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Bester Nebendarsteller: Mark Rylance

Er wisse weder, wie man ihn aus den Nominierten ausgewählt habe, noch, wie man wiederum sie fünf aus allen anderen Schauspielern herausgesucht habe. So höflich bedankte sich der Brite Mark Rylance für seine Auszeichnung.

Die anderen vier waren immerhin Christian Bale, Tom Hardy, Mark Ruffalo und Sylvester Stallone. Doch als sowjetischer Spion in "Bridge of Spies" lies der 56-jährige Shakespeare-Schauspieler alle hinter sich.

Alicia Vikander receives the Oscar for Best Supporting Actress for her role in 'The Danish Girl' at the 88th Academy Awards in Hollywood

Quelle: REUTERS

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Beste Nebendarstellerin: Alicia Vikander

Noch vor kurzem kannte kaum jemand die 27-jährige Schwedin, nun ist sie neben Brie Larson die Frau der Stunde. Alicia Vikander hat in "The Danish Girl" neben Eddie Redmayne so überzeugt, dass vier Stars - nämlich Jennifer Jason Leigh, Rooney Mara, Rachel McAdams und Kate Winslet -​ leer ausgingen an diesem Abend.

Aber kein Grund abzuheben: Vikander bedankt sich emotional, aber erfrischend kurz und knapp.

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Quelle: AFP

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Beste Regie: Alejandro G. Iñárritu

Alejandro G. Iñárritu hat zuletzt im vergangenen Jahr mit der atemlosen Broadway-Groteske "Birdman" bei den Oscars abgeräumt - nun wurde er für "The Revenant" als bester Regisseur geehrt.

Der Mexikaner versäumte in seiner Dankesrede die Chance zur Sozialkritik nicht - und widmete seinen Preis allen Chancenlosen. Verbunden mit dem Wunsch, dass Herkunft und Hautfarbe möglichst bald so egal werden mögen wie die Frisur. Und zupfte sich dabei selbstironisch an der für Hollywood-Standards wenig gestylten Mähne.

Leer gehen aus: Adam McKay ("The Big Short"), George Miller ("Max Max: Fury Road"), Lenny Abrahamson ("Raum") sowie Tom McCarthy ("Spotlight").

Tom McCarthy, Josh Singer

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Bestes Drehbuch: "Spotlight"

Das Drama über einen dramatischen Missbrauchsskandal in der US-Kirche und dessen Aufdeckung durch ein Reporterteam hat neben bestem Film noch diesen zweiten Oscar ergattert. Gegen "Bridge of Spies", "Ex Machina" und "Inside Out" und "Straight Outta Compton". Die Autoren Josh Singer und Tom McCarthy widmen ihren Preis den Betroffenen des wahren Falles und allen Journalisten, "die die Mächtigen kontrollieren".

Laszlo Nemes

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Bester fremdsprachiger Film: "Saul fia"

Der beste fremdsprachige Film des Jahres kommt aus Ungarn: "Saul fia" ("Son of Saul"), ein von der Kritik hochgelobtes Auschwitz-Drama von Regisseur Laszlo Nemes.

Der Film hat die Jury noch mehr berührt als "Embrace of the Serpent" (Kolumbien) "Mustang" (Frankreich), "Theeb" (Jordanien) und "A War" (Dänemark).

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Bester Dokumentarfilm: "Amy"

Das Leben der Sängerin Amy Winehouse war kreativ, dramatisch und tragisch kurz. Sie wollten die echte Amy zeigen, sagen Asif Kapadia und James Gay-Rees. Das ist ihnen nach Meinung der Jury auch gelungen.

Ebenfalls nominiert waren "Cartel Land", "The Look of Silence", "What Happened, Miss Simone?" sowie "Winter on Fire: Ukraine's Fight for Freedom".

Sam Smith

Quelle: AP

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Bester Filmsong: "Writing's on the Wall"

Es gibt wirklich viele Songs in der Geschichte der James-Bond-Filme, die weniger polarisiert haben als "Writing's on the Wall". Als "Gewimmer" wurde das Titellied von "Spectre" beschrieben, die Academy zeigt da einen ganz anderen Geschmack - und zeichnete Sam Smiths Performance und Jimmy Napes' Komposition aus. Der Sänger widmete seinen Oscar der LGBT-Gemeinde auf der ganzen Welt. Er stehe als "stolzer schwuler Mann auf der Bühne". Und hoffe, dass es irgendwann für alle so sein könne.

Damit ohne Oscar: "Earned it" aus "Fifty Shades of Grey", "Manta Ray" aus der Dokumentation "Racing Extinction", "Simple Song Nr. 3" aus "Ewige Jugend" (Youth), sowie "Till It Happens To You" von Lady Gaga und Diane Warren ("The Hunting Ground").

88th Annual Academy Awards - Show

Quelle: AFP

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Bester animinierter Film: "Alles steht Kopf"

Die Pubertät, symbolisiert durch fünf Gefühle, die im Kopf eines Mädchens langsam aber sicher durchdrehen. Mit dieser Idee und ihrer Umsetzung hat das Team von "Alles steht Kopf" Kritiker, Zuschauer und nun auch die Oscar-Jury begeistert.

Es wird Tage geben, an denen ihr sauer seid oder traurig - aber es geht weiter. Mit dieser Botschaft an Teenager in aller Welt haben Pete Docter und Jonas Rivera ihren Oscar entgegengenommen. Das Nachsehen haben die Macher von "Anomalisa", "Boy and the World", "Shaun das Schaf" und "When Marnie Was There".

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Quelle: AFP

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Der Moderator: Chris Rock

Die Debatte #OscarsSoWhite hat im Vorfeld fast alles bestimmt. Der Comedian teilte als Gastgeber des Abends dementsprechend aus, und zwar ziemlich ernsthaft. Eine Gratwanderung, sich über die "White People's Choice Awards" lustig zu machen, und gleichzeitig ein Teil von ihnen zu sein. Doch Rock war in seinem Element.

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Quelle: AFP

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Hier gibt es noch einmal sämtliche Oscar-Gewinner und Gewinnerinnen in der Übersicht.

Und wie war der Abend sonst so? Hier die ganze Nacht in Bildern - vom roten Teppich bis zum Finale im Fototicker.

© SZ.de/sks
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