Abtreibung:Wir sind keine Opfer. Wir sind zu stark!

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Abtreibung: Die Pro-Choice-Aktivistin Robin Gwak am Tag nach der Entscheidung des Supreme Court.

Die Pro-Choice-Aktivistin Robin Gwak am Tag nach der Entscheidung des Supreme Court.

(Foto: Evelyn Hockstein/REUTERS)

Wer hat das Recht über den Körper der Frau? Persönliche Notizen zum Thema Schwangerschaftsabbruch.

Gastbeitrag von Mirna Funk

23 Jahre ist es her. Fast auf den Tag genau. Damals war es heiß. Juni, vielleicht Juli. So ganz genau erinnere ich es nicht. Aber es gibt ein Foto von mir am Strand, da bin ich schwanger ohne es zu wissen. Wenige Tage später zurück in Berlin merkte ich, dass meine Tage ausblieben, die Brüste waren angespannt und größer als sonst. Also ging ich zu meiner Frauenärztin im Prenzlauer Berg, die bestätigte, was ich längst wusste. Ich war 18 Jahre alt. Danach ging alles ganz schnell. Sofort machte ich den obligatorischen Beratungstermin aus und einen für den Abbruch. Ich war in der fünften Woche. Also alles halb so wild. Auch das Gespräch. Ich wusste, was ich wollte und ich wusste, dieses Kind von diesem Mann, das will ich auf jeden Fall nicht. Daraufhin folgte die ambulante Abtreibung. Nach zwei Wochen hatte ich alles vergessen. Bis heute denke ich so gut wie nie daran. Mittlerweile bin ich Mutter. Das Kind, was ich damals nicht wollte, würde ich auch heute nicht wollen. Bereut habe ich diese Entscheidung deshalb nie. Keine Sekunde meines Lebens. Daran erinnern tue ich mich nur, wenn in den Medien von Abtreibungen gesprochen wird. Dann denke ich, stimmt, da war mal was. Damals vor 23 Jahren.

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