bedeckt München

71. Golden Globes:Trends und Überraschungen

Eine war die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller in einem Kinofilm für Matthew McConaughey ("Dallas Buyers Club") - er setzte sich gegen Robert Redford und Tom Hanks durch. Der Preis markiert die Metamorphose des Schauspielers, der bislang auf Rollen als gut aussehender Liebhaber in romantischen Komödien spezialisiert war. Zur Süddeutschen Zeitung sagte McConaughew schon vor der Verleihung: "Ich fühle, dass sich meine Karriere in die richtige Richtung entwickelt - alles, was von nun an kommt, ist Zugabe." Er dürfte auch im kommenden Jahr für seine Rolle in der Fernsehserie True Detective zu den Favoriten gehören.

Überraschend waren auch die Preise für die erst kürzlich gestartete Sitcom Brooklyn Nine-Nine und Hauptdarsteller Andy Samberg. Die Polizeiserie ist durchaus witzig, dümpelt aber von den Einschaltquoten her eher im Mittelmaß, weshalb Sender Fox beschlossen hat, eine Folge direkt nach dem Football-Endspiel im Februar auszustrahlen, um die Serie doch noch erfolgreich werden zu lassen. Die beiden Preise dürften dafür sorgen, dass es auf jeden Fall eine zweite Staffel geben wird.

Keine Sentimentalitäten

Zu den großen Gewinnern des Abends gehörte "American Hustle", der Film wurde in drei wichtigen Kategorien (beste Komödie, beste Hauptdarstellerin und beste Nebendarstellerin) ausgezeichnet und dürfte damit auch Chancen auf einige Oscars haben - genauso wie "Dallas Buyers Club" (neben McConaughey gewann auch Nebendarsteller Jared Leto) und "Gravity"-Regisseur Alfonso Cuaron. "12 Years a Slave", sieben Mal nominiert, wurde zunächst übergangen, gewann jedoch am Ende in der wichtigsten Kategorie - der Film wurde als bestes Drama prämiert. "Ich bin ein bisschen schockiert", sagte der britische Regisseur Steve McQueen.

Die Hollywood Foreign Press Association hat keine sentimentalen Entscheidungen getroffen (Michael J. Fox etwa wurde nicht als bester Comedy-Darsteller ausgezeichnet), sie hat keine Preise aus Gewohnheit vergeben (Meryl Streep gewann nicht für ihre Leistung in "August: Osage County") und sie hat - zu Recht - nicht einen Film oder eine Fernsehserie zum eindeutigen Sieger erklärt. Die Entscheidungen sind nachvollziehbar und spiegeln das Jahr in der Unterhaltungsbranche durchaus adäquat wider.

Nach der Veranstaltung war dann doch noch einiges los auf den Straßen von Los Angeles. Die Promis wollten aus Beverly Hills zu einer der zahlreichen Privatpartys in West Hollywood, Malibu oder den Hollywood Hills. Dafür war genug Zeit: Als die Golden Globes vorbei waren, war es gerade einmal 20 Uhr in Los Angeles. Der Abend hatte gerade erst begonnen.

© SZ.de/mkoh/bavo

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite