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38. Filmfestival Karlsbad 2003:Die Suche nach dem Geheimtipp

"Die Stimmung war toll." Hannelore Elsner und Regisseur Rudolf Thome in Karlsbad.

(Foto: Foto: Film Servis Festival Karlovy Vary)

2001 und 2002 brillierten hier die Oscar-Preisträgerin Caroline Link und die wunderbare Amélie. In diesem Jahr fehlte aber der ganz große Film.

Von Paul Katzenberger

Hannelore Elsner war begeistert von der großartigen Kulisse, die bei der Vorführung ihres Wettbewerbsbeitrags "Rot und Blau" in Karlsbad geboten war: "Das Kino mit 1.200 Plätzen war voll besetzt, die Stimmung war toll", schwärmte die Schauspielerin vom "Großen Saal" des Festival-Hotels Thermal.

In der Woche zuvor war "Rot und Blau" erstmals beim Münchner Filmfest gezeigt worden. Doch der Rahmen dort sei wesentlich kleiner gewesen, sagte Elsner. Außerdem habe das Karlsbader Publikum emotionaler auf den Film reagiert als die Münchner Zuschauer.

Karlsbad ist dem breiteren Publikum im Vergleich zu den großen Festivals in Cannes, Berlin oder Venedig kaum ein Begriff. Doch in der Branche gewinnt das Festival an Bedeutung.

Gutes Händchen

Programmdirektorin Eva Zaoralova war es in den vergangenen zwei Jahren gelungen, mit "Die wunderbare Welt der Amelie" und "Nirgendwo in Afrika" zwei Filme in den Wettbewerb zu holen, die nach ihrer Auszeichnung in Karlsbad weitere riesige Erfolge feiern sollten: Amelie geriet zum Kassenschlager und wurde der wohl erfolgreichste europäische Film der vergangenen zehn Jahre, während Caroline Link mit "Nirgendwo von Afrika" einmal wieder den Auslands-Oscar für Deutschland holte.

Karlsbad ist zudem bekannt dafür, dem Weltkino eine größere Plattform anzubieten als andere Festivals. Abgesehen davon verwandelt sich der sonst verschlafene Kurort für die Dauer des Festivals in einen gigantischen Campingplatz, auf dem die größte und längste Party Tschechiens gefeiert wird.

Keine Länderdominanzen

Karlsbad, das zu den kleineren A-Festivals zählt, legt besonderen Wert auf die internationale Mischung der Beiträge. Während sich etwa Cannes in diesem Jahr den fast schon arrogant zu nennenden Luxus leistete, zwar gleich fünf französische Filme für den Wettbewerb um die Goldene Palme zuzulassen, aber zum zehnten Mal in Folge kein einzigen deutschen Beiträge präsentierte, verzichtet Karlsbad auf solche Länderdominanzen.

Die fünfzehn Wettbewerbsfilme in Karlsbad kamen also aus allen Teilen der Welt: Neben den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren auch Filmnationen wie die Philippinen, Griechenland oder verhältnismäßig zahlreich vertreten.

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