40. Verleihung der Goldenen Kamera Stars hautnah

Der begehrte Fernsehpreis feiert bald seinen 40. Geburtstag.

Sophia Loren hält ihre in Ehren, der Papst besitzt eine, und Thomas Gottschalk hat gleich drei.

Zu den Preisträgern der Goldenen Kamera gehören seit 40 Jahren Menschen, die die Deutschen bewegten. Genau 542 Nachbildungen der berühmten Farnsworth-Kamera vergab die Zeitschrift "Hörzu" seit der ersten Gala im Jahr 1966. Das Original war 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin eingesetzt worden und lieferte die ersten Bilder in die "Fernsehstuben". Bei der den Stars überreichten Mini-Ausgabe ging am Anfang beim Putzen das Gold ab, wie Inge Meysel einmal bemängelte. Daraufhin wurde einfach die Goldauflage verstärkt.

Am 9. Februar feiert die Goldene Kamera in Berlin ihren 40. Geburtstag, die Liste der bisherigen Preisträger erzählt ein Stück deutscher Film- und Fernsehgeschichte. Zum Jubiläum wird die Auszeichnung in 15 Kategorien vergeben: unter anderem an US- Entertainer Jerry Lewis, Hollywoodschauspielerin Goldie Hawn und Rockröhre Tina Turner.

"Die richtig großen Stars sind sehr angenehme Menschen", sagt Karin von Faber (65). Sie war 40 Jahre lang Chefreporterin der "Hörzu" und hat sie alle kennen gelernt, ihre Macken und ihre Vorlieben.

"Mit Catherine Deneuve zum Beispiel - das war schon eine Nervenkiste", erinnert sich von Faber. Schon vorher sei sie gewarnt worden, die französische Filmdiva sei schwierig. Die Schauspielerin war natürlich noch bei der Schönheitspflege, als sie zur Gala abgeholt werden sollte. "Nach einer halben Stunde schmiss sie seidene Kissen aus der Tür der Suite und rief, sie sei noch nicht fertig."

Erst eine Stunde nach Gala-Beginn wurde die strahlend schöne Schauspielerin dann in den vollen Saal geschmuggelt. Als besonders angenehm hat von Faber Prinz Philip in Erinnerung: "Er ist sehr charmant, obwohl er den Ruf hat, sehr frech zu sein." Der Gemahl der britischen Königin wurde als Vorsitzender der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature geehrt.

Besonders aufgeregt war für von Faber beim Besuch im Vatikan, wo der gerade erst knapp ein Jahr amtierende Papst Johannes Paul II. die Goldene Kamera entgegen nahm. "Als Frau musste ich mir einen schwarzen Schleier zulegen, dann durfte vor ihm knien und seinen Ring küssen", erzählt die Protestantin. "Ich hatte das Gefühl, dass es ihm fast peinlich war, aber das ist eben der Ritus." Ob Michael Douglas, Jack Nicholson oder Tom Hanks - auch die Hollywoodprominenz fühle sich immer sehr wohl bei der Verleihungszeremonie, die in den vergangenen Jahren im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt stattfand.

"Durch all die Jahre waren die ausländischen Männer hingerissen von den weiblichen Gästen", so von Faber. "Kirk Douglas war hin und weg von den "flotten Weibern" in Deutschland." Während die ausländischen Gäste in ihren Dankesreden meist nur gute Worte finden, nehmen die einheimischen Stars die Gelegenheit auch zur Kritik wahr. So wetterte Hans-Joachim Kulenkampff schon 1966 gegen das Kommerzfernsehen.

"Da guckten sich alle peinlich berührt an." Es gibt tausend Geschichten um den von der "Hörzu"-Jury und den Lesern vergebenen Preis: Otto Waalkes vergaß seine Goldene Kamera im Taxi, Gérard Depardieu schlich sich mitten im Festakt an die Bar, zu den Rekordhaltern gehören Peter Alexander und Rudi Carrell, Loriot und Harald Juhnke.