6. Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-HeidelbergSchöne prekäre Welt

Bittere Armut - und obszöner Reichtum. Das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg zeigt die Gegensätze unserer Welt.

Von Paul Katzenberger

Der Regenbogen hat sieben Farben, es gibt sieben Weltwunder und sieben Todsünden - die Zahl sieben wird mit den leuchtendsten aber auch mit den unseligsten Phänomenen der Erdengeschichte verbunden. Nun stellt das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg diese Chiffre in den Mittelpunkt.

Der Schweizer Kurator Urs Stahel hat die mythische Zahl zum Orientierungspunkt erhoben, weil er sich zwar weniger mit Wundern und Todsünden beschäftigen wolle, wie er sagt, doch aber mit einem Zwischenreich - in sieben Ausstellungen, die brisante gesellschaftliche Themen wie zum Beispiel "Gewalt und Zerstörung" oder "Wissen, Ordnung, Macht" von allen Seiten beleuchten.

Allerdings nicht im Sinne der klaren Ansage: "Schaut her, die Welt ist böse", sondern in Form einer offenen Haltung, die die Komplexität und Ambivalenz der Dinge ernst nimmt. Wie ist etwa die Zukunftsgesellschaft mit ihrer rapiden Anhäufung von Wissen zu beurteilen? Auf die Frage kann auch der weitblickendste Fotokünstler keine eindeutige Auskunft erteilen - und so sind die Bilder des Festivals oft eher vertiefende Frage als Antwort.

Die sieben Spektralfarben des Lichts: Regenbogen über Vogelsburg (Bayern).

Bild: dpa 7. November 2015, 09:582015-11-07 09:58:36 © SZ.de/mane/jobr