64. Filmfestspiele von Cannes Andreas Dresen für Krebsdrama ausgezeichnet

Schon vor der Verleihung der Goldenen Palme gehört Andreas Dresen zu den Cannes-Gewinnern. Der deutsche Regisseur hat einen Hauptpreis für "Halt auf freier Strecke" erhalten - einen sensiblen Film über einen Krebspatienten.

Beim Filmfestival Cannes sind am Wochenende die ersten Preise vergeben worden. Mehrere Auszeichnungen gingen dabei an deutsche und österreichische Beiträge. So wurde der deutsche Regisseur Andreas Dresen für sein Krebsdrama "Halt auf freier Strecke" in der renommierten Nebenreihe "Un certain regard" mit dem Hauptpreis geehrt.

Der deutsche Regisseur Andreas Dresen freut sich mit Jury-Präsident Emir Kusturica über den Hauptpreis für sein Krebsdrama "Halt auf freier Strecke".

(Foto: dpa)

Der 47 Jahre alte Dresen teilt sich die Auszeichnung mit dem Koreaner Kim Ki-duk, der für sein autobiografisches Werk "Arirang" geehrt wurde. Die Jury unter Vorsitz des Regisseurs Emir Kusturica vergab die begehrten Preise bei einer Gala am Samstagabend. Dresens authentisch wirkendes Drama "Halt auf freier Strecke" hatte beim Festival viele im Publikum zu Tränen gerührt und war schon bei seinen ersten Vorführungen gefeiert worden.

Dresen erzählt darin die Geschichte von Frank, bei dem ein inoperabler Hirntumor festgestellt wird. Der Vierzigjährige hat nur noch wenig Zeit zu leben und muss Abschied nehmen von seiner Frau, seinen Kindern und seinem Leben. "Er ist ein bemerkenswerter Regisseur", sagte Jurymitglied Geoffrey Gilmore nach der Verleihung. "Es ist eine Geschichte, die sehr schwer gut erzählt werden kann. Sie ist so schmerzhaft zu sehen." Außerdem gebe es einen Realismus, der bemerkenswert sei. Auch die schauspielerischen Leistungen seien "wunderbar".

Dresen, der 2008 in Cannes bereits für sein Liebe-im-Alter-Drama "Wolke 9" mit dem Sympathiepreis "Coup de Coeur" geehrt worden war, freute sich sehr über die Ehrung: "In Cannes einen Preis zu gewinnen, ist natürlich etwas ganz Tolles. Ich denke, davon träumt jeder Filmemacher", sagte er.

Weitere Auszeichnungen gingen an den Österreicher Karl Markovics für den besten europäischen Spielfilm und an die Studentin Doroteya Droumeva aus Berlin, die den Preis für den besten Kurzfilm erhielt.

Die ökumenische Jury ehrte außerdem den Wettbewerbsbeitrag "This Must Be the Place" des Italieners Paolo Sorrentino. Darin macht sich Hollywoodstar Sean Penn als einstiger Rockstar auf die Suche nach einem Nazi-Verbrecher. Der Film "Le Havre" des Finnen Aki Kaurismäki erhielt eine lobende Erwähnung.

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