Zeitumstellung:Ja, nein oder planlos?

Wie die EU drei Jahre nach der Umfrage zur Sommerzeit mit dem Thema umgeht, ist für manche ein Ärgernis.

Zeitumstellung in den USA

An der Uhr gedreht: Ein Techniker bewegt die Uhrzeiger einer 500 kg schweren Uhr in Medfield, USA, um die Sommerzeit einzustellen. Diese begann in den Vereinigten Staaten zwei Wochen vor Europa.

(Foto: Elise Amendola/dpa)

Zu "Es ist kompliziert" und "Eh egal", beide vom 27./28. März:

Die Initiative der EU-Kommission zur Abschaffung der Sommerzeit ist ein Musterbeispiel für die Plan- und Hilflosigkeit der europäischen Politik. Karoline Meta Beisel weist im Kommentar darauf hin, dass sich weniger als ein Prozent der Europäer an der Bürgerbefragung 2018 zur Abschaffung der Zeitumstellung beteiligt hatten. Anna Cavazzini, Vorsitzende des EU-Binnenmarktausschusses, konstruiert daraus im Interview "eine Mehrheit der befragten EU-Bürger", die "sich für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen haben". Es herrscht keine Einigkeit in den Mitgliedsstaaten: Abschaffen oder nicht? Und wenn abschaffen, welche Zeit behalten?

Um einen "Fleckenteppich" an Zeitzonen zu vermeiden, schlägt Cavazzini vor, dass die Kommission noch mal eine genaue Folgenabschätzung vorlegen solle. Echt jetzt? Warum hat man das nicht vor der Befragung 2018 gemacht? Nach der Folgenabschätzung sollten "einige Mitgliedsstaaten noch mal ihre Bevölkerung befragen". Deutschland wohl eher nicht, denn die Deutschen waren ja fast die Einzigen, die 2018 geantwortet haben.

Den Vorschlag, "das Projekt einfach zu begraben", möchte Cavazzini nicht akzeptieren. Man sollte noch mal fragen. Wenn die Antwort wieder nicht passt "kann man noch mal neu nachdenken". Ich schließe mich dem Schlusssatz von Karoline Meta Beisel an: "Es wäre gut, zöge die EU-Kommission ihre Initiative zurück." Das spart Zeit und Munition für wichtige Probleme wie Corona.

Dr. Joachim Henkel, Dachau

Da die Abschaffung der Sommerzeit zur Entscheidung führt, ob dauerhaft Winter- oder Sommerzeit herrschen soll, ein unkonventioneller Vorschlag: dauerhaft mitteleuropäische Sommerzeit (MEZ) plus 30 Minuten. Schließlich gibt es weltweit einige Zeitzonen, die sich um eine halbe Stunde von der benachbarten unterscheiden (etwa Australien, Indien). Warum also nicht in der EU?

Richard Berndt, München

Es gibt keine Winterzeit! Wovon Frau Beisel spricht, ist die "Normalzeit" oder natürliche Zeit. Das Verwenden des Begriffs Winterzeit mit der negativen Konnotation "Wer will schon Winter ... brrr" nimmt den Wunsch der Kommentatorin im letzten Absatz vorweg, dass alles so bleiben solle, wie es ist, also Sommerzeitumstellung. Dann soll man das gleich so sagen, nicht mit Worten tricksen.

Andreas Schmidt, Scheuerfeld

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© SZ vom 07.04.2021
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