Verziehen
Einige Pflanzen gehen bei Kälte auf Tauchstation. Sie ziehen wichtige Nährstoffe in den etwas wärmeren Boden und überwintern in ihren Vorratskammern. Die heißen auch Überdauerungsorgane, sind aber besser bekannt als Knollen oder Zwiebeln. Schneeglöckchen und Narzissen etwa machen es so und haben dank ihrer weitsichtigen Vorratshaltung im Frühling dann die Blüh-Nase vorn.
Ausbreiten
In den Bergen ist der Winter besonders hart, deshalb rücken Gebirgspflanzen gern zusammen. Sie wachsen oft als dichtes Polster. So bleibt es in der Pflanze ein paar Grad wärmer als draußen, und der Wind kann die erwärmte Luft nicht so leicht wegpusten. Ein weiterer Pluspunkt: Schwerer Schnee verteilt sein Gewicht über das ganze Polster, statt einzelne Blätter oder Zweige zu belasten.
Ausziehen
Nackt sein, um nicht zu frieren? Klingt seltsam, aber Laubbäume wie Eichen oder Buchen ziehen im Herbst mit Methode blank: Sie saugen die Nährstoffe aus ihren Blättern. Auch den Farbstoff Chlorophyll, weshalb sie sich verfärben. So welken die Blätter, fallen ab und der Frost kann ihnen nicht mehr schaden. Außerdem sparen die blattlosen Bäume Wasser, das im Winter knapp ist, weil es gefriert.
Versüßen
Auch Apfel-, Birnen- und Kirschbäume ziehen bei Kälte die Nährstoffe aus ihren Blättern und lagern sie als dickflüssigen Saft in Knospen, Stamm und Wurzeln ein. Der Pflanzensaft enthält extra viel Zucker, sodass er nicht gefrieren kann - ein natürliches Frostschutzmittel. Eine geniale sowie köstliche Erfindung der Natur: Rehe knabbern im Winter besonders gern an den Zuckerspeichern.
Zudecken
Es klingt komisch, aber Schnee wärmt. Er funktioniert wie eine Decke, die die Wärme im Boden hält und die Kälte draußen aussperrt. Das nutzen einige Pilze, Moose und Flechten aus. Sie wachsen extra knapp über dem Boden, um im Winter unter die schützende Schneedecke zu schlüpfen. Praktisch: Die Decke versteckt sie auch gleich vor hungrigen Tieren, die sie zum Anbeißen finden könnten.
Loslassen
Einjährige Pflanzen ergeben sich der Kälte und sterben einfach ab. Doch das ist nicht ihr Ende, ihre Samen sichern ihre Art. Die Samenkörner enthalten nur wenig Wasser, was sie extrem hart und widerstandsfähig macht. So überstehen sie den Winter, geschützt in der Erde. Und wenn es wieder warm wird, wachsen aus den Samen neue Einjährige, wie Dill oder Ringelblumen.
