Weiterer Brief:Frauenfeindliche Kritik

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Leser beklagen die Diffamierung einer Professorin, die ein viel beachtetes Buch zu Preis­kontrollen veröffentlicht hat.

Frauenfeindliche Kritik

Zu "Geldentwertung: Nixon von links" vom 3. Januar:

Können Preiskontrollen unter bestimmten Bedingungen ein sinnvolles wirtschaftspolitisches Instrument sein? In seinem Artikel greift der SZ-Autor die Professorin Isabella Weber scharf an, weil sie es gewagt hat, diese Frage zu stellen. Wir weisen mit diesem Leserbrief auf frauenfeindliche Elemente in seiner Kritik hin, die wir nicht unerwidert stehen lassen möchten. Webers Artikel im Guardian rief im sozialen Netzwerk Twitter hasserfüllte, frauenfeindliche Reaktionen hervor, mit denen Trolle progressive Wissenschaftlerinnen systematisch aus dem öffentlichen Diskurs zu drängen versuchen. Paul Krugman, dem auf Twitter fast fünf Millionen Menschen folgen, hatte diesen Online-Mob mit seinen unwissenschaftlichen Angriff auf Weber befeuert. Der SZ-Autor verharmlost das Ausmaß dieser und anderer Attacken, indem er den Eindruck vermittelt, es habe sich lediglich um inhaltlichen Widerspruch gehandelt. Krugman wurden die Konsequenzen seines Tweets schnell bewusst. Er löschte seinen Tweet binnen eines Tages mit "extremer Entschuldigung" an Weber.

Der SZ-Autor nennt Professor Weber eine "in der Öffentlichkeit kaum bekannte Juniorprofessorin", obwohl die an der Universität Cambridge promovierte Weber im vergangenen Jahr ein international viel beachtetes Buch veröffentlicht und in BBC, CNBC, Financial Times, Bloomberg, Project Syndicate und Forbes eine Reihe drängender wirtschaftlicher Fragen erörterte. Obwohl Professor Weber neben ihrer Promotion in Cambridge zum Thema China auch für ihre zweite Dissertation zu Geld- und Handelstheorien an der New School in New York promovierte, verengt der SZ-Autor sie zu einer "Expertin für chinesische Wirtschaft". Zur inhaltlichen Kritik gäbe es einiges zu sagen, doch wir wollen an dieser Stelle nicht darauf eingehen. Angemerkt sei nur, dass der Autor, um seiner Kritik Nachdruck zu verleihen, ausschließlich Männer zitiert, von denen niemand zu Preiskontrollen geforscht, geschweige denn ein weltweit beachtetes Buch veröffentlicht hat.

Max Krahé, Köln,

Dr. Jens van 't Klooster, Brüssel,

Dr. Benjamin Braun, Köln

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