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Weitere Briefe:Salvini, Westafrika

Der italienische Ex-Minister hat sich mit seiner Abneigung gegen Nutella keine Freunde gemacht.

Senat in Italien

Mit ihm ist nicht gut Nutella essen: Matteo Salvini, Vorsitzender der Lega und Ex-Innenminister Italiens, spricht im Senat in Rom.

(Foto: dpa)

Rein italienisch essen

Zu "Leute des Tages: Matteo Salvini isst kein Nutella mehr" vom 7./8. Dezember: Von wegen: Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht. Das gilt eher für den italienischen Lega-Chef Matteo Salvini. Die Furcht vor allem Fremdländischen muss anscheinend fest in der DNA eines Nationalisten verankert sein. Und kann mitunter bizarre Züge annehmen. Der ehemalige Innenminister verzichtet künftig auf Nutella, weil die Nüsse dafür angeblich aus der Türkei kommen und ihm die Creme "nicht italienisch genug" ist. Wäre er weiter so konsequent, müsste er auch Nudeln boykottieren. Die hat Marco Polo von den Chinesen mitgebracht. Und die haben das Rezept womöglich von den Griechen kopiert. Damit ist auch seine geliebte Pasta eigentlich nicht italienisch genug. Wenn bei ihm in Zukunft nur noch das auf den Tisch kommt, was den Ursprung in seinem Heimatland hat, wird er sich kulinarisch einschränken müssen. Und womöglich an Gewicht verlieren ..

. Manfred Jagoda, Ismaning

Kampf um Phosphate

Zu "Aminatou Haidar: Gewaltfreie Kämpferin für die Westsahara" vom 4. Dezember: So mancher wird sich fragen, warum eine staubtrockene Gegend wie die Westsahara so umstritten ist. Dazu muss man wissen, dass sich dort die größte Phosphat-Lagerstätte der Welt befindet, Bou Craa. Das in Bou Craa abgebaute Phosphat ist von höchster Konzentration und enthält sehr wenige Verunreinigungen. Es wird über ein Förderband von 100 Kilometer Länge nach Al Aaioun transportiert und dort weiterverarbeitet. Förderung und Verarbeitung liegen komplett in den Händen der staatlichen marokkanischen Firma Office Chérifien des Phosphates (OCP), die meines Wissens zirka 70 Prozent der globalen Vorräte an Phosphat besitzt.

Global arbeitende Düngemittelfirmen wie Mosaic und Bunge haben langfristige Lieferverträge mit OCP. Für die US-Regierung hat die Versorgung mit Phosphat seit Jahrzehnten höchste Priorität, gegen ihren Willen wird es keine Veränderung geben.

Die einheimische Bevölkerung der Sahrauis hat in Anbetracht der politischen Interessen und der kostbaren und wirtschaftlich ertragreichen Ressource wenig Chancen auf Rückgabe. Es wäre schon ein großer Fortschritt, wenn sie wenigsten an den Erträgen beteiligt würde. Im April 2007 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1754 und forderte Frente Polisario und Marokko zur Durchführung eines Referendums auf. Dies ist bis heute nicht geschehen.

Dr. Bärbel Rott, Freising