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Weitere Briefe:Papageien, Frauen

Ein Leser philosophiert darüber, warum die Vögel womöglich intelligenter sind als Menschen. Ein anderer hinterfragt die Preisgestaltung für Frauen beim Friseur, die oft das Doppelte der Männer für einen Haarschnitt bezahlen.

Papageien und Menschen

Zu "Hilf deinem Nächsten" vom 10. Januar: Sind Graupapageien intelligenter als Menschen? "Graupapageien unterstützen andere, ohne selbst zu profitieren", schreibt Katrin Blawat in ihrem Artikel.

Auch der Mensch ist ja ein von Natur aus ein soziales Wesen, das ohne Gemeinschaft gar nicht überlebensfähig wäre. Mitmenschlichkeit ist also keine Frage der Moral, sondern der Vernunft! Graupapageien sind also offensichtlich intelligenter als viele Menschen?! Die, ganz im Sinne frei marktwirtschaftlicher Moral, persönlichen Erfolg auf Kosten anderer als naturgegebene "Selbstverständlichkeit" verinnerlicht haben.

Dr. Michael Huber, Celle

Frauen beim Friseur abgezockt

Zu "Jetzt noch billiger" vom 10. Dezember: Gut, dass sich einige Friseure für Transparenz und Fairness einsetzen. Dabei sollte auch ein Aspekt zur Sprache kommen: Frauen müssen häufig viel mehr bezahlen beim Friseur als Männer. Wenn die Friseure hier nicht irgendwann eine schlüssige Erklärung bieten - ich habe noch keine gehört, die über reine Modefragen hinausgeht -, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn ihre Preisgestaltung nicht mehr von allen ernst genommen wird.

Ich gehe lieber in einen Salon, in dem Frauen und Männer gleich viel zahlen, nicht nur aus Gerechtigkeitsgründen, sondern weil ich mir denke: Wenn Frauen abgezockt werden, dann vielleicht auch Männer, nur etwas weniger. Mit Geschlechterklischees alleine kann man heute möglicherweise nicht mehr so viele Menschen in die Salons locken wie früher.

Henning Fritsches, Rothenburg

International denken und lösen

Zu "Was verbindet" vom 6. Dezember: Der Beitrag von Roya Sangi ist für mich ein Lichtblick: Wie viel Unglück hat borniertes, nationalstaatliches Denken schon über die Menschen gebracht! Und wie offenkundig ist es, dass alle dringenden Probleme, vor denen wir stehen, nur in funktionierender inter- und supranationaler Zusammenarbeit lösbar sind. Es gilt die EU und darüber hinaus die Uno und ihre Untergliederungen mit ganzer Kraft zu stärken. Nur so können wir der Armut und Migration, der Umweltzerstörung und dem Hunger, der Steuerhinterziehung und der organisierten Kriminalität sowie den sinnlosen Kriegen entgegenwirken und den 17 SDG (Sustainable Development Goals) entsprechen, welche die UN-Generalversammlung im September 2015 in ihrer Agenda 2030 beschlossen hat.

Prof. Richard Motsch, Bonn

© SZ vom 16.01.2020
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