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Weitere Briefe:Klinik, Inflation

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Hoffnungsschimmer auf neue Medizin: Inmitten der Corona-Krise entsteht ein neues stilvolles Krankenhaus in Thüringen. Und Geldentwertung: Ein Leser erläutert die Inflation auf den Vermögensmärkten.

Klinik der Zukunft

Zu "Gesund und munter" vom 7./8. November: Die Architekten dieser Klinik haben meinen Traum erfüllt. Als Ergotherapeutin habe ich in vielen Kliniken gearbeitet und meistens wurde den Ergo-Therapeuten die leer stehenden Kellerräume "weiß getüncht" angeboten. Ich war 25 Jahre alt (geb.1943), als ich die Rundumgänge der psychiatrischen Anstalt auf der Insel Reichenau, am Bodensee, kennengelernt habe. Grauenvoll, für chronisch schwerkranke Patienten und heute nicht mehr vorstellbar. Leider gab es auch in der ehemaligen DDR solche Anstalten. Darum freue ich mich um so mehr über diese neue Klinik in Eisenberg (Thüringen). Ein Dankeschön den Architekten und der Pflegeleitung.

Elsbeth Schwanewedel, Berlin

Die Inflation ist doch längst da

Zu "Die Sache mit dem Füllhorn" vom 31. Oktober/1. November: Dass das Drucken von Geld zur Finanzierung von Staatsschulden nicht geeignet sein kann, muss jeder erkennen, der derzeit auf dem Immobilienmarkt unterwegs ist. "Die Notenbanken pumpten Billionen von Dollar in den Wirtschaftskreislauf, ohne dass die Preise oder die Zinsen gestiegen wären", heißt es in dem Artikel. Irrtum: Die Inflation ist doch längst da. Sie äußert sich nur (noch?) nicht in Brotpreisen wie 1923. Aber die irren Übertreibungen in allen Bereichen der Geldanlage, in erster Linie am Aktienmarkt, aber auch und gerade in alternativen Anlagen wie Immobilien, Kunst oder Oldtimern, sind natürlich ein Ausdruck der Gelddruck-Politik seit der Finanzkrise.

Für Anleihen gibt es ja genau deswegen kaum noch Zinsen, also sucht sich das viele freie Geld andere Wege. Zudem möchte ich noch einmal daran erinnern, dass die Finanzkrise 2007/2008 in Übertreibungen (überwiegend) am US-amerikanischen Immobilienmarkt begründet war. Wir löschen also seitdem fleißig mit Benzin und bereiten damit die nächste, deutlich größere Blase vor.

Eric-Jan Obst, Nürnberg

© SZ vom 16.11.2020
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