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Weitere Briefe:Gehälter, Missbrauch, Videoüberwachung

Wie man Managerbezüge am besten deckeln kann. Warum sexueller Missbrauch auch die evangelische Kirche angeht, und warum Überwachungskameras im Straßenverkehr mehr brächten als zur Verbrecherjagd.

Managergehälter koppeln

Zu "Deckel drauf" vom 15. November: Es gäbe eine sehr einfache gesetzliche Maßnahme, die Gehälter der obersten Industrie-Führungsschicht im Zaum zu halten und damit die schwer zu ertragende Spreizung der Einkommen zu reduzieren: Die Arbeitgeber hätten bei Tarifverhandlungen den Gewerkschaften ein Anfangsangebot zu machen, das der Steigerung der Vorstands- und Aufsichtsratsgehälter der entsprechenden Branche entspricht.

Dr.-Ing. Gerd Eisenbeiß, Bonn

Missbrauchsdebatte bei der EKD

Zu "Es ist noch nicht gut" vom 13. November: In der Tat - auch die evangelische Kirche hat ein Missbrauchsproblem. Dank der Rede der Journalistin Kerstin Claus vor der EKD-Synode in Dresden ist dies nun auch öffentlich deutlich geworden. Viele in der evangelischen Kirche hielten dies immer nur für ein Problem der Katholiken. Verschweigen und Verdrängung ist jetzt nicht mehr möglich. Nach dem Bericht von Matthias Drobinski macht die evangelische Kirche bei der Aufklärung in dieser Sache keine gute Figur. Von schleppender Umsetzung der Beschlüsse und mangelnder Bereitschaft zu einer angemessenen finanziellen Entschädigung ist die Rede.

Kerstin Claus hatte bereits 2003 angezeigt, als Konfirmandin von einem Pfarrer der bayerischen Landeskirche sexuell ausgenutzt worden zu sein. Der betreffende Pfarrer ist bis heute im Amt. Ich frage, was der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm in der Angelegenheit unternommen hat.

Johannes Rietberg, Engelsbrand

Videoüberwachung an Ampeln

Zu "Gesichtserkennung: Angst vor dem Gesichtsverlust" vom 2. November: Der Straßenverkehr fordert ein Mehrfaches an Opfern als der Terrorismus. Warum also der ungeheure Aufwand, der als Gefahrenabwehr zur Kontrolle des öffentlichen Raums betrieben wird, als Erkennung verdächtigen Verhaltens? Videoüberwachung an zentralen Stellen einer Stadt verschiebt Kriminalität an andere Orte, verhindert sie aber nicht grundsätzlich. Videoüberwachung von Kreuzungen mit Ampeln hingegen senkt definitiv die Zahl von Rotlichtverstößen. Warum werden Straßenabschnitte mit hohem Unfallrisiko nicht standardmäßig überwacht, schon um Fahrerflucht einzudämmen? Oder dort, wo notorisch Radwege durch Autos zugestellt werden, was durch die dann notwendigen Ausweichmanöver unfallträchtige Situationen heraufbeschwört?

Dr. Wolfgang Wendt, Berlin