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Weitere Briefe:Buchsen und Nutzen

Bei Investments in ökologische Projekte sollte man seinen Verstand gebrauchen. Buchsbäume kann man so einfach retten und Smart-Home sich ganz sparen.

Den Verstand gebrauchen

Zu "Die grüne Gefahr" vom 11. Mai: Ja, es ist offensichtlich, dass eine Reihe von Investments in ökologische Projekte Lug und Trug sind. Doch wie kommt es dazu? Wir sind in diesem Markt seit über 20 Jahren unterwegs und beobachten immer wieder, dass Menschen sich zu sehr am Geld und zu wenig am eigenen Verstand orientieren. Beispiel Solar: In Deutschland wurden 5-6 % Rendite geboten, es gab aber auch Anbieter mit 8 % - diese Fonds waren immer zuerst ausverkauft. Genau diese Anbieter waren die ersten, die nach wenigen Jahren aus den verschiedensten Gründen pleitegingen. Doch es sind nicht nur die Projektentwickler schuld, die Politik trägt seit der Finanzkrise 2008 erheblich dazu bei. Die damaligen Hauptverursacher, Banken und Hedgefonds, die Milliarden bewegen, sollten danach durch strengere Regeln kontrolliert werden - bis heute sitzt aber kein Banker in deutschen Gefängnissen. Nun werden die gleichen Regeln heruntergebrochen auf Projekte, die wenige 100.000 Euro Eigenkapital benötigen. Die Bundesanstalt für Finanzaufsicht Bafin macht damit viele kleine Projekte unmöglich - oder drängt sie an den Rande der Legalität: Der Run auf Nachrangdarlehen ist ein typisches Beispiel dafür, weil die ursprünglichen Kommanditgesellschaften, in denen die Menschen ein Mitspracherecht haben, für kleine Projekte schlicht nicht bezahlbar sind.

Georg Hille, Freiburg

Wie man Buchsbäume rettet

Zu "Hecken schützen" vom 16./17. Mai: Ein ganz einfaches Mittel gegen den Buchsbaumzünsler: Regelmäßig kontrollieren und bei Befall sofort mit dem Hochdruckreiniger (ein scharfer Wasserstrahl tut es auch) gründlich abspritzen. Zwei bis drei Mal wiederholen, fertig. Ich habe auf diese Weise alle meine Buchse gerettet, und es schmerzt zu sehen, wie in der Umgebung Hunderte Buchsen abgestorben sind.

Alexander von Dercks, München

Teurer Scheinnutzen

Zu "Versteckter Verbrauch" vom 16./ 17. Mai: Fahrlässig, geradezu irreführend, nicht einen dritten Musterhaushalt zu analysieren, welcher per Hand die Heizkörper reguliert, per Hand das Licht ausmacht und per Hand die Rollläden herunterlässt, das heißt: Kein Smart-Home-Gerät findet Anwendung. Was zu keinen zusätzlichen Strom kosten führt und trotzdem zu maximaler Einsparung der Heizkosten. Letztendlich wird mit Smart-Home nur ein Scheinnutzen bzw. -Einsparung teuer verkauft.

Rudolf Haid, Weilheim

© SZ vom 03.06.2020
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