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Weitere Briefe:Brexit, Umweltschutz

Ein Leser fordert die SZ auf, stärker über die Interessenlagen einzelner Gruppen hinter dem Brexit zu berichten. Eine Leserin moniert, Deutschland käme wegen eines politischen Zauderklimas in echten Klimafragen zu wenig voran.

Pläne hinter dem Brexit

Zu "Gift und Nebel" vom 24. Oktober: Ist das nicht viel zu harmlos, wenn Frau Kahlweit schreibt, "Brexit-freundliche Unternehmer warteten ... nur darauf, ihr schönes Geld erst in einen konservativen Wahlsieg und dann in ein Freihandelskönigreich zu investieren"? Wollen nicht viele Finanzkreise (von russischen Oligarchen bis zu amerikanischen Hedgefonds) ganz konkret und brutal die City der Kontrolle durch die EU entziehen, um ihre Geschäfte ungestört tätigen zu können? Wird mit deren Geld die britische Öffentlichkeit nicht schon seit der Zeit vor dem Referendum massiv manipuliert (siehe The Guardian, Washington Post)? Ist da nicht der Plan, den Staat immer mehr zu schwächen, so wie es auch Trump und Konsorten wie die Koch Brothers wollen? BoJo nutzt diese Strategie in England, oder er ist selbst in diese Falle geraten.

In den ansonsten guten Kommentaren fand ich nie auch nur eine vorsichtige Anspielung auf diese plausiblen Vermutungen beziehungsweise Fakten! Jetzt werden Sie endlich ein bisschen deutlicher!

Wolfgang Gaede, Brüssel/Belgien

Handeln statt zaudern

Zu "Wir müssen schon mehr wollen" vom 14. Oktober: Wir wollen schon mehr müssen, weil wir es wollen, wäre auch ein gutes Fazit, wenn man einen Artikel gelesen hat, der mit der Überschrift beginnt: Wir müssen schon mehr wollen. Erleuchtung via Leuchtmittel hat ihre Tücken. Zwischen den Birnen mit glühenden Wolframfäden und den heute gesetzlich vorgeschriebenen Leuchtmitteln konnten die Verbraucher sich zur eigenen Erhellung und aus Energiespargründen eine Quecksilber ausgasende Birne in ihre Fassung schrauben. Nachdem das bekannt wurde, haben wir uns an die Birne gefasst, und mancher ohnehin schon quecksilberbelastete Mitmensch hat sich fassungslos fragen müssen: Ist das Fortschritt?

Jetzt freuen wir uns über die moderne LED-Lampe, die per Gesetz Leuchtkraft verstrahlt und uns heute noch als hinreichend ökologisch erleuchtend erscheint - trotz fragwürdiger Stromgemische aus fossiler Energie und Atom-, Wind- und Sonnenkraft. Der Schein ist nicht das Sein. Zu dieser Erkenntnis braucht es keine wetterwendigen Politprofis. Da reicht es, wenn einem morgens beim Zeitunglesen mehr als ein Licht aufgeht und Mensch begreift, wer da was dringend muss. Klimahandeln im politischen Zauderklima ist deshalb unser aller jetzige Option.

Karin Gilke-Kleffner, Edewecht