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Weitere Briefe:Bahnhöfe, Impfen

Ein Leser lobt den Anbau des Pariser Bahnhofs als zukunftsweisend, kein Vergleich mit Stuttgart 21, findet der Bauhistoriker. Eine Ärztin wünscht sich mehr kritische Informationen zum Impfen und möglichen Risiken.

Gare du Nord: Hinter der historischen Fassade des großen Pariser Kopfbahnhofs laufen die Planungen für eine Erweiterung.

(Foto: AFP)

Stuttgart ist nicht Paris

Zu "Frankreichs Stuttgart 21" vom 9. Oktober: Diese elegante und kapazitätssteigernde Baumaßnahme mit sichtbaren Baumstützen (ähnlich wie im Stuttgarter Flughafen) hinter transparenter Glasfassade des Büros Valode & Pistre ist aber trotz Streitigkeiten (mit J. Nouvel und D. Perrault) etwas völlig anderes als Stuttgart 21! Denn dort wurde das bewährte Funktionsprinzip des oberirdischen Kopfbahnhofs nicht geändert zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof wie in Stuttgart! Fast 60 km lange Tunnelanlagen durch problematischen Gipskeuper und unter dem Neckar hindurch machen das Stuttgarter Bahnprojekt mit schiefen Bahnsteigen und schlechtem Brandschutz zum Zukunftsrisiko.

Ganz anders in Paris, wo die wichtigen, bewährten Grundlagen des Eisenbahnverkehrs beibehalten werden: Die Großstadt mit dem Ziel- und Quellverkehr behält den Kopfbahnhof Gare du Nord, der ohne geologische Abenteuer ebenerdig erweitert wird.

Dr. Dipl.-Ing. Dietrich W. Schmidt, Bauhistoriker i. R., Stuttgart

Alle Seiten des Impfens zeigen

Zu "Was tun gegen die Impfskepsis" vom 16. September: Es ist ein großer Fehler, dass in dem Artikel überhaupt nicht zwischen Impfkritikern und Impfgegnern unterschieden wird. Man muss schon sehr viele spezielle Informationen haben, um überhaupt zu merken, wie ambivalent die Impfproblematik ist. Viele Ärzte sind, was das Impfen betrifft, in vielerlei Hinsicht ahnungslos - Stichpunkte sind zum Beispiel Serotypen-Replacement oder die Wirkungen von aluminiumhaltigen Adjuvantien.

Wesentliche Aspekte des Impfwesens werden in einseitig besetzten Talkshows oder einseitigen Zeitungsartikeln sichtlich unterdrückt. So werden auch jegliche Stellungnahmen zum Masernschutzgesetz von fundiert argumentierenden Ärzten, Psychologen, Ethikern oder Juristen schlichtweg ignoriert.

Auch wenn die meisten Menschen in Deutschland aus Vernunftgründen positiv zur Masernimpfung eingestellt sind, hinterfragen viele kritisch die Einführung von Impfzwangsmaßnahmen und vor allem die ständige Erweiterung des Impfprogramms. Die Mikrobenwelt und das menschliche Immunsystem haben wir längst nicht in ihrer Komplexität verstanden, Verschiebungen im Erregerspektrum der Krankheiten können viele Krankheitsverläufe schwieriger und bösartiger werden lassen, wie es sich auch den kritischen Beobachtern immer häufiger zeigt.

Dr. med. Adelheid Clados, München