TierweltDu hast doch 'nen Vogel!

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Zu sehen sind ein ganz kleiner Teil eines Flusspferds und vier Rotschnabel-Madenhacker. Ja, so heißen die: Roter Schnabel? Sieht man. Madenhacker? Ja, auch das. Aber sie befreien die Riesensäuger nicht nur von Parasiten auf der Haut, sie warnen sie auch vor Menschen. Ein Pfiff genügt.
Zu sehen sind ein ganz kleiner Teil eines Flusspferds und vier Rotschnabel-Madenhacker. Ja, so heißen die: Roter Schnabel? Sieht man. Madenhacker? Ja, auch das. Aber sie befreien die Riesensäuger nicht nur von Parasiten auf der Haut, sie warnen sie auch vor Menschen. Ein Pfiff genügt. (Foto: imago stock&people/imago/Westend61)

Mehrere sogar. Zum Glück! Manche Tiere machen gemeinsame Sachen mit anderen Arten. Sechs Supersymbioseteams.

Von Katharina Kunzmann

Nachbarschaftshilfe

Ein Vogel, der bei einem Krokodil babysittet? So in der Art läuft es beim Nilkrokodil und dem braunen Wellentriel. Der Vogel bewacht die Krokodil-Eier und pfeift bei Gefahr laut. Hört das Krokodil den Pfiff, eilt es zurück zu seinem Nachwuchs. Was der kleine, braune Wellentriel davon hat? Auch seine Eier liegen im Sand und genießen so den Schutz des Stärkeren.

Blindenstock

Sitzen ein Blinder und ein Sehender in einer Höhle. Was nach dem Anfang einer schrägen Geschichte klingt, ist für dieses Team Alltag: Der Knallkrebs kann seine Scheren als Schreckschusspistolen nutzen und damit Höhlen bauen. Doch er ist fast blind. Die Grundel, ein kleiner Fisch, hat weder Waffen noch Schaufeln, dafür aber gute Augen. Also gilt Arbeitsteilung: Der Krebs legt eine seiner Antennen auf die Grundel, ähnlich einen Blindenstock. Die Grundel behält Feinde im Blick und flieht bei Gefahr in die Höhle - und der Knallkrebs hinterher.

Läusehüter

Einige Ameisenarten halten sich wie Hirten eine Herde Blattläuse und schützen diese vor Feinden - zum Beispiel vor Marienkäfern. Der Grund dafür ist ein süßer Saft, den die Läuse ausscheiden und die Ameisen gerne fressen. Um an diesen sogenannten Honigtau zu kommen, melken die Ameisen die Läuse und trommeln dafür sanft auf die Läusehintern.

Lieferdienst

Knallorange hetzt der Clownfisch durchs Meer, denn überall lauern Fressfeinde. Überall? Nein, nicht zwischen den giftigen Tentakeln einer Anemone. Deshalb ist der Fisch dort zu Hause. Dank einer Schleimschicht kann ihm ihr Gift nichts anhaben, selten entfernt er sich mehr als vier Meter. Im Gegenzug fächert der Fisch der Anemone Wasser zu, damit sie besser mit Sauerstoff versorgt ist, und lockt andere Meeresbewohner direkt in ihre giftigen Fänge.

Beutespione

Kolkraben werden auch die Augen der Wölfe genannt - aus gutem Grund: Wenn Wölfe auftauchen, sind die Raben meist nicht weit. Die ungleichen Tiere sind ein erfolgreiches Jagd-Team. Die Raben fliegen umher und erspähen aus der Luft Beute und tote Tierkörper. Auf diese machen sie die Wölfe mit Rufen aufmerksam. Das Rudel eilt herbei und zerlegt die Beute mit scharfen Zähnen und Klauen. Schnabelgerecht serviert, kann auch der Vogel fressen.

Zahnputzservice

Die aalartigen Muränen sehen meist mies gelaunt aus. Doch Zahnschmerzen sind nicht der Grund dafür, denn der kleine Putzerlippfisch übernimmt ihre Zahnpflege. Er pult Speisereste und lästige Parasiten aus ihrem Maul und ernährt sich von den Überresten. Praktisch! Damit Raubfische ihren Zahnpfleger nicht mit dem Mittagessen verwechseln, machen die Putzfische mit tänzelnden Schwimmbewegungen und auffälligen Längsstreifen auf ihren Service aufmerksam.

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