In China gibt es vor den großen Ferien eine Nachricht, die viele fürchten: Die Spielehersteller geben dann die Limits bekannt. Dieses Jahr erklärten sie, dass Kinder nur jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 20 bis 21 Uhr am Computer oder Handy spielen dürfen. Basta!
In China ist so was ziemlich normal. Die Regierung dort findet nicht gut, dass Kinder ihre Zeit verdaddeln. Sie sollen lieber für die Schule lernen und Hausaufgaben machen. Davon gibt es auch in den acht Wochen langen Sommerferien jede Menge. Etwa die Hälfte des Tages sitzen Kinder an den Aufgaben für die Ferien. Viele Eltern organisieren dazu noch Nachhilfe in Mathe oder extra Sportkurse. Trotzdem sollte sich an einem Samstagnachmittag doch irgendwann eine kleine Zocklücke auftun? Schon richtig, wenn nur die Gesichtserkennung nicht wäre. Ein eingebautes Programm scannt beim Spielen nämlich das Gesicht des Nutzers. Bei Kindern achten sie genau auf die Uhrzeit. Wer zu früh dran ist, erhält dann zum Beispiel diese Nachricht: "Sie sind durch unser Gesundheitssystem für eine Anmeldung gesperrt. Die Sperrung dauert noch 81 Minuten und 38 Sekunden." Manchmal folgt noch ein Hinweis: "Bitte achte auf eine angemessene Spielzeit und mache genug Pausen." Gerade hat die Regierung noch striktere Regeln vorgeschlagen: Nicht nur Computerspiele, auch das Internet soll limitiert werden, 15-Jährige etwa dürfen dann nur noch eine Stunde pro Tag online gehen.
Geht es hier wirklich um China? Das Tiktok-Erfinderland, aus dem so viele beliebte Spiele und Apps kommen? Allerdings. Tiktok heißt dort Douyin und sieht anders aus. Das liegt an der Zensur: Kritik an der Regierung wird gelöscht, viele Themen sind tabu. Videos chinesischer Kinder sieht man wegen der digitalen Chinesischen Mauer fast nie auf Tiktok. In China machen nicht Menschen das Internet, sondern die Regierung - und die kennt beim Regulieren keine Limits.
