Thema der WocheNeuer Schrecken

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Seit 2011 wird die "Eiserne Kuppel" über Israel aufgespannt, um Raketen mit einer Reichweite bis zu 70 Kilometern abzuwehren.
Seit 2011 wird die "Eiserne Kuppel" über Israel aufgespannt, um Raketen mit einer Reichweite bis zu 70 Kilometern abzuwehren. (Foto: Amir Cohen/Reuters)

Seit einer Woche herrscht Krieg zwischen Israel und der Hamas. Warum das alles andere als normal ist.

Von Moritz Baumstieger

Lang, lang her: Kinder, die geboren wurden, als das Land zwischen Israelis und Palästinensern zum ersten Mal aufgeteilt wurde, sind heute Oma oder Opa. Ganz in Frieden leben durften sie nie. Seit dem Jahr 1948 gab es in Israel immer wieder Kriege und Anschläge, Tote, Leid und Verletzte auf beiden Seiten.

Doch die Gewalt, die vergangenes Wochenende über die Menschen in Israel hereinbrach, markiert einen Wendepunkt: Aus dem Gazastreifen - einem kleinen Stück Land an der Grenze zu Ägypten, in dem die Allermeisten seit Jahrzehnten in Armut leben - drangen Terroristen nach Israel ein. Dabei gilt die Grenze dort als eine der am besten gesicherten der Welt: mit Zäunen, Betonmauern und jeder Menge Überwachungstechnik - eigentlich schafft es da niemand rüber.

Doch plötzlich war es so. Die Terroristen kamen übers Meer, aus der Luft und übers Land. Sie sprengten Löcher in Zäune und Mauern, drangen mit Gleitschirmen, Booten und Motorrädern nach Israel ein. Die Terroristen der Hamas - eine Gruppe, die Israel vernichten will - überfielen dabei nicht nur Soldaten, sondern vor allem Menschen im Alltag: auf den Straßen, in ihren Häusern, auf Partys. Der Schock sitzt tief. Fast jeder in Israel kennt jemanden, der von dem Angriff betroffen ist. Binnen weniger Stunden sterben mehr als 1200 Israelis, mehr als in viereinhalb Jahren palästinensischem Aufstand, der letzten großen Intifada.

Nachdem die israelische Armee die Grenze wieder unter Kontrolle gebracht hat, greift sie nun mit Kampfjets Ziele im Gazastreifen an, bald könnten ihre Soldaten die Grenze überqueren. Um diejenigen zu jagen, die den Angriff befohlen haben. Diejenigen, die über das unfassbare Leid der überfallenen Menschen johlen. Und denen egal ist, dass auch ihre eigene Bevölkerung im Gazastreifen bitter leiden wird. Weltweit ist die Sorge jetzt, dass Angriffe aus Nachbarländern folgen, die die Hamas unterstützen. Noch mehr Krieg? Wie die Situation wohl ist, wenn die Kinder, die jetzt geboren werden, Omas und Opas sind? Hoffentlich besser.

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