Sogar das Pentagon musste einschreiten: In einer Erklärung wies das amerikanische Verteidigungsministerium den Vorwurf zurück, dass Taylor Swift als Agentin für die Regierung arbeite. Etwa die Taylor Swift? Genau: die Sängerin, die gerade ihren 14. Grammy-Musikpreis eingeheimst hat, die mit zehn Liedern gleichzeitig in den Top Ten der Charts war, deren Fans beim Tanzen Erdbeben verursachen und deren Konzerte nicht nur binnen Minuten ausverkauft sind, sondern auch mehr Geld einbringen als die Wirtschaft mancher Länder.
Tatsächlich hat der größte Popstar der Gegenwart auch Einfluss auf die Politik. Allerdings anders als in einem Agentenfilm à la James Bond. Swifts Stimme ist mächtig: Sie hat treue Fans, Swifties genannt. Allein auf Instagram folgen ihr 280 Millionen Menschen. Vergangenen September folgten innerhalb weniger Stunden 35 000 Amerikaner ihrer Aufforderung, sich als Wähler registrieren zu lassen. Und laut einer aktuellen Umfrage würde jeder dritte Amerikaner unter 35 Jahren ihrer Wahlempfehlung folgen. Vor vier Jahren hat sie den demokratischen Politiker Joe Biden öffentlich unterstützt. Der ist jetzt Präsident - und will im November wiedergewählt werden.
Nun haben seine Gegner Angst, dass Swift sich wieder in den Wahlkampf einmischen könnte. Denn die 34-Jährige setzt sich für Gleichberechtigung, Vielfalt und den Schutz von Minderheiten ein. Sie gilt als große Kritikerin von Donald Trump, Bidens größtem Gegner. Trump-Fans fürchten sich vor ihr wie Vampire vor der Sonne. Deshalb bemühen sie sich, ihre Glaubwürdigkeit zu schwächen, und setzen Verschwörungserzählungen über Agentin Swift in die Welt. Im Internet und im Fernsehen behaupten sie, dass Swift eine Art Geheimwaffe der Regierung sei. Ihre Beziehung zu einem Footballstar? Inszeniert! Ihre Karriere? Von der Regierung eingefädelt. Ihre Meinung? Gekauft! Taylor selbst? Eine Hexe! Das ist natürlich alles völliger Quatsch und sagt vor allem eins: Trump hat Angst vor Nullnullswift.
