A23a verursacht gerade Aufregung. So heißt er, weil die Wissenschaft Eisberge einfach durchnummeriert, wenn sie entdeckt werden. Man könnte ihn aber auch weißen Riesen nennen oder größten Eisberg der Welt. Denn gegen diesen Brocken ist der Eisberg, gegen den die Titanic gekracht ist, ein kleiner Eiszapfen: A23a ist größer als die Insel Mallorca und 400 Meter dick, wobei nur ein kleiner Teil davon aus dem Wasser ragt.
Über 30 Jahre hat sich A23a nicht bewegt, er hing am Meeresgrund in der Antarktis fest. Dass er sich nun langsam bewegt, ist ein paar Monate niemandem aufgefallen. Erst auf Satellitenbildern haben Forschende entdeckt, dass die riesige Scholle aufs offene Meer hinaustreibt. Jetzt schauen sie ganz genau hin. Denn so eine gigantische Eismenge kann ziemlich viel durcheinanderbringen. Erreichen Eisberge in der Gegend das offene Meer, treibt die Strömung sie weiter in wärmere Gegenden, die Wellen nagen an ihnen. So richtig alt werden sie deshalb nicht. Vor der Insel Südgeorgien gibt es sogar einen "Friedhof der Eisberge". Dort treiben besonders viele an, zerbrechen und schmelzen.
Aber A23a ist größer als alle anderen Eisberge, die gerade im Meer schwimmen. Weil er so dick ist, könnte sich der Rieseneisberg vor der Insel am Meeresgrund verhaken und Tieren wie Robben und Pinguinen den Weg zu ihren Jagdgebieten versperren. Möglich ist aber auch, dass er weiter gen Süden treibt und langsam schmilzt. Dann gäbe er eingefrorene Mineralien frei, Futter für viele kleine Meerestiere, die wiederum auf dem Speiseplan von Robben und Pinguinen stehen. Für die Tierwelt ist der Eisberg also Chance und Gefahr zugleich.
Übrigens: Schmilzt der Eisberg, wird der Meeresspiegel nicht ansteigen. Friert Wasser zu Eis, dehnt es sich nämlich aus. Es ist genau das Stückchen größer, das es aus dem Wasser schaut. Das kann man ausprobieren - mit ein paar Eiswürfeln in der Limo.
