Thema der WocheHandys her!

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Diese Handys wurden vor den Abiprüfungen eingesammelt. Künftig könnte das in Schulen aber jeden Tag passieren.
Diese Handys wurden vor den Abiprüfungen eingesammelt. Künftig könnte das in Schulen aber jeden Tag passieren. Julian Stratenschulte/dpa

Großbritannien will sämtliche Smartphones an Schulen verbieten. Die beste Idee seit es Unterricht gibt, oder?

Von Nina Himmer

SZ bei Google bevorzugen

Luxuriös geht es im Handyhotel nicht zu. Es gibt dort weder Meerblick noch Schokoladentäfelchen auf dem Kopfkissen, auch kein Wellness oder flauschige Bademäntel. Stattdessen: Schnödes Grau, Klassenzimmerpanorama und 32 kleine Fächer mit Zimmernummern. In die sollen Schülerinnen und Schüler morgens ihre Smartphones stecken. Nach dem letzten Gong bekommen sie ihre Geräte dann zurück. Erfunden hat das Handyzwischenlager mit dem lustigen Namen ein Lehrer aus Dänemark. Das beste Gadget aller Zeiten?

Manche Länder haben Handys bereits aus Schulen verbannt, andere wie Großbritannien planen ein Verbot. Sie finden: Handys lenken zu stark vom Unterricht ab, fördern Cybermobbing, erleichtern das Schummeln und schaden dem sozialen Miteinander. Wie soll man in der Pause kicken, sich unterhalten oder Freundschaften schließen, wenn alle am Handy hängen? Ein Verbot ist kein Ticket in die Steinzeit, betonen Befürworter. Im Unterricht werde weiterhin mit digitalen Medien wie Tablets gearbeitet. Beim Handyverbot geht es nur um die private Nutzung von Handys in der Schule, daddeln ade.

Tatsächlich zeigen Studien, dass Smartphones Konzentrationskiller sind: Ständig kommt eine Nachricht, im Hintergrund läuft ein Video, Social Media ist auf Dauerfeuer. In Umfragen sagen 48 Prozent der Kinder, dass sie sich davon abgelenkt fühlen. Das ist auch außerhalb der Schule ein Problem. Viel Handyzeit kann zu Lernrückständen führen, Schlaf und Aufmerksamkeit stören, Bewegung verhindern und Freundschaften schaden. Mehr als vier Stunden verbringen Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren durchschnittlich pro Tag am Smartphone, rund drei Stunden sind es bei 13- bis 14-Jährigen und zwei bei Kindern zwischen 12 und 13.

Trotzdem gibt es auch Kritik am Handyhotel: Manche sagen, ein Verbot sei schlicht nicht durchsetzbar. Andere, dass es mehr Aufklärung bräuchte, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Handys zu lernen. Denn die seien aus unserer digitalisierten Welt nun mal nicht mehr wegzudenken. Und überhaupt: Was ist mit Handys der Lehrkräfte? Was fändest du eine gute Lösung? Schreib uns an kinder-sz@sz.de.

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