Süddeutsche Zeitung

SZ-Werkstatt:Wieviel SZ liest man am Newsdesk täglich?

Die stellvertretende Nachrichten­chefin Lena Jakat über die Einordnung von Schlagzeilen unter Druck. Zum Anlass des 75. Geburtstags der Zeitung beantworten wir Leserfragen in dieser Rubrik.

Wie lange/wie viel lesen Sie in der SZ-Redaktion durchschnittlich am Tag?

Anton Kurzka, Wendelstein bei Nürnberg

Als stellvertretende Nachrichtenchefin der SZ muss ich bei meiner Arbeit am Newsdesk die Lage in Deutschland und der Welt gut im Blick haben. In der Regel lese ich morgens als Erstes neben SZ.de verschiedene Nachrichtenseiten quer, die Online-Ausgaben von Spiegel und Zeit, New York Times und Guardian, oft "Tagesschau", FAZ und ja, auch Bild. Ich überfliege Überschriften und Anreißer und lese Artikel, die mir für den Nachrichtentag relevant erscheinen. Diese Texte sind oft exklusiver Natur, oder sie greifen einen neuen Aspekt zu einem aktuellen Thema auf. Entdecke ich bei der Konkurrenz etwa einen Bericht über neue Erfolge bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff, halte ich mit den Kollegen aus dem Wissensressort Rücksprache, die dem Thema nachgehen und - sollten sich die Informationen als valide und zuverlässig erweisen - berichten. Damit verbringe ich morgens etwa eine knappe Stunde.

Nach ähnlichem Muster behalte ich im Tagesverlauf das Weltgeschehen im Blick, klicke mal hier in einen Artikel und mal dort. Ist zum Beispiel in dem Artikel einer anderen Zeitung die Rede davon, dass es in der Koalition rumore, frage ich bei den Kollegen im Parlamentsbüro nach, wie sie die aktuelle Stimmung in der Regierung einschätzen, und wir diskutieren, ob und wie wir dem angeblichen Streit nachgehen. Zudem habe ich die Meldungen der Nachrichtenagenturen im Blick, die in stetem Strom auf meinem Bildschirm einlaufen - das ist allerdings eher ein Querlesen, mehr lässt die Tagesproduktion nicht zu.

Später am Tag kommt das Redigieren von Texten hinzu: Autoren liefern ihre Berichte, Analysen oder Kommentare, die auf der Homepage oder auf der Seite 1 der Zeitung veröffentlicht werden und vorher gründlich mindestens einmal gegengelesen werden müssen. Abends lese ich dann die aktuelle SZ-Ausgabe, meist blättere ich digital durch, in unserer grünen App. Insgesamt schätze ich meine Lesezeit auf gut zwei Stunden täglich.

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Quelle:
SZ vom 14.07.2020
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