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SZ-Werkstatt:SZ Extra geht digital

Die Kulturbeilage der SZ ist jetzt als multimediale Digitalausgabe zu lesen. Die Macher, Susanne Hermanski und Marco Mach, erklären die Hintergründe.

München ist eine reiche Stadt, Bayern ein reiches Land. Das gilt auch für das Kultur- und Freizeitangebot, in dem man schnell den Überblick und in der Folge sich selbst verlieren kann. Für Orientierung in der wunderbaren Vielfalt sorgt die Süddeutsche Zeitung mit einer Beilage jeden Donnerstag, in der SZ-Kritiker die interessantesten Premieren, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Filmstarts beschreiben und bewerten.

Es gibt einen Begriff aus dem Lateinischen für das, was wir bei SZ Extra tun: Kuratieren. Eine Renaissance erfährt der Terminus des Kurators gerade in der digitalen Welt - und genau dorthin expandiert nun SZ Extra. Endlich! Überlegungen, die Inhalte der gedruckten Ausgabe auch online verfügbar zu machen, gab es tatsächlich schon seit dem Start vor 22 Jahren. Die Sache war jedoch kniffliger, als man dachte. Zwar gab es die SZ-Homepage schon, doch hatte man keinen gangbaren Weg für den Transfer der aufwendigen Termin-Datensätze gefunden, die für das Supplement erfasst werden müssen. Man entschied sich, das Projekt zu vertagen ... 2011 startete die SZ ihre Digitalausgabe, doch es dauerte bis heute, dass die besten Beiträge der Printausgabe in einem multimedialen Dossier auf Smartphone, Tablet und PC zu lesen sind, abrufbar von mittwochabends an im SZ-Digital-Kiosk oder unter sz.de/extra.

Im neuen Format kommen für das Team auch neue Entscheidungen dazu: Welche digitale Erscheinungsform ist die beste, welche Texte nehmen wir wie mit? Bei allem technischen Wandel, der es uns nun erlaubt, Bilderstrecken, Trailer und Hörbeispiele einzubinden, ist eines unverändert: die Expertise der gut 20 Autoren, die SZ Extra bespielen. Jeder hat sein Spezialgebiet, sei es Pop, klassische Musik, Kindertheater oder Poetry Slam. Die Verpflichtung den Lesern gegenüber ist dieselbe, geht es doch um nicht weniger als vertane Lebenszeit, wenn sie enttäuscht aus Theater oder Film mit verzichtbarer Überlänge kommen.

© SZ vom 07.03.2020
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