SZ-Werkstatt Redakteure an  Schulen

Wie recher­chieren Journalisten? Und wie erkenne ich Fake News? Die SZ-Redakteure Klaus Ott und Tom Soyer über ein Projekt, das am 3. Mai bayernweit läuft.

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Junge Leute haben's nicht leicht im Netz. Sie können sich alles herbeiwischen auf dem Smartphone, oft sogar virtuoser als viele Eltern oder Lehrer. Doch welcher Botschaft ist zu trauen? Wie lassen sich Fake News erkennen? All das kommt bisher in den Lehrplänen zu kurz. Journalisten der Süddeutschen Zeitung gehen deshalb seit drei Jahren vor allem im Großraum München regelmäßig zu "Werkstattgesprächen" in die Schulen und erklären, wie sie recherchieren und redigieren, wie elektronische und gedruckte Zeitungen entstehen. Meist reicht die Zeit gar nicht, um alle Fragen der Schüler und Schülerinnen zu beantworten: Wie frei dürfen wir schreiben? Sollen die Medien weniger über Politiker wie Donald Trump berichten, um ihnen keine Plattform zu bieten? Wie kommen wir an sichere Informationen? Wie verlässlich sind soziale Medien? Und wie kann man als Leser selbst prüfen, ob eine Nachricht plausibel ist oder nicht? Meist bleibt es nicht bei einem Termin. Und so ist die Initiative über die Jahre stetig gewachsen.

Demnächst, zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai, gibt es nun sogar bayernweit Werkstattgespräche an Schulen. Auf Initiative der SZ und der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit haben sich viele Medienhäuser gefunden, die mitmachen - von anderen Tageszeitungen bis zum Bayerischen Rundfunk. Mehr als 400 Schulen im Freistaat wünschen sich Werkstattgespräche mit Journalisten. Das zeigt den Bedarf an Medienbildung. Auch viele andere Redaktionen und Ausbildungsstätten wie die Deutsche Journalistenschule betreiben solche Projekte. Gut möglich, dass nächstes Schuljahr Tausende Lehrer aus ganz Deutschland Journalisten in ihre Klassen einladen. Das einzige Problem für uns dabei ist manchmal die Zeit: Die eigentliche Arbeit muss ja auch getan werden. Daher die Bitte, bei Interesse etwas Vorlauf einzuplanen. Schulen in der Region München, die SZ-Journalisten einladen wollen, schicken eine Mail an schulbesuch@sz.de - die Kollegin Christa Eder koordiniert die Termine und verschickt begleitendes Unterrichtsmaterial zu den Werkstattgesprächen. Zudem gibt es bundesweit die Möglichkeit, mit der SZ ein paar Wochen im Unterricht zu arbeiten: https://schule-und-zeitung.sueddeutsche.de.

Klaus Ott (li.) aus dem Ressort Investigative Recherche und Leserredakteur Tom Soyer aus dem Ressort München, Region, Bayern verantworten gemeinsam das SZ-Schulprojekt.

(Foto: Jakob Berr)