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SZ-Werkstatt:Rasender Reporter

Stefan Braun

Stefan Braun berichtet seit 2008 für die SZ aus der Hauptstadt. Lange beobachtete er vor allem Angela Merkel. Seit 2013 schreibt er über Außenpolitik, Grüne und das Innenministerium. Im April übernahm er den Job als online-Büroleiter.

Von Berlin über Jerusalem nach Regensburg und wieder zurück: SZ-Korrespondent Stefan Braun berichtet über eine Woche, in der die Frankreich-Wahl, der Streit mit der israelischen Regierung und der grüne Überlebenskampf für ihn sehr nahe beieinander lagen.

Von Berlin über Jerusalem nach Regensburg und wieder zurück: SZ-Korrespondent Stefan Braun über eine Woche, in der die Frankreich-Wahl, der Streit mit der israelischen Regierung und der grüne Überlebenskampf für ihn sehr nahe beieinander lagen:

"Diese Woche ist nicht gewöhnlich gewesen. Und doch kann es manchmal so kommen. Am Sonntag flog ich mit Außenminister Sigmar Gabriel nach Jordanien und Israel. Vor allem in Israel sollte es ein entspannter Antrittsbesuch werden. Es kam aber anders. Nach der Ankunft sprach erst einmal niemand über Israel, Yad Vashem oder die Siedlungen. Der Minister, seine Mitarbeiter und die Journalisten starrten nur auf ihre Smartphones, um zu erfahren, wie der erste Wahlgang in Frankreich verlaufen war. Danach standen wir in einem der tausend immer gleichen Hotels dieser Erde (dieses Mal in Amman, der ersten Etappe der Reise), und beobachteten Gabriels Begeisterung über Emmanuel Macrons Zwischenerfolg.

Die folgenden beiden Tage wurden beherrscht vom Konflikt um Gabriels Treffen mit zwei israelischen Nichtregierungsorganisationen. Also schilderten wir Benjamin Netanjahus Zorn und Gabriels Beschluss, sich nicht von der Begegnung mit den NGOs abbringen zu lassen. Ein heikler Streit, ein sensibles Verhältnis, keine einfache Geschichte.

Und dann kamen die Grünen, genauer gesagt eine Fahrt nach Regensburg. Dort trat Katrin Göring-Eckardt auf. Die Grünen müssen darum kämpfen, bei den bevorstehenden Wahlen nicht abzustürzen. Sie müssen zeigen, warum sie nötig bleiben. Göring-Eckardt hat das auch in Regensburg versucht, erst kühl und dann doch sehr leidenschaftlich. Ob das reicht bis zur Wahl? Der schwierigen Lage der Partei sind wir im Buch Zwei (Seiten 13-15) nachgegangen."