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SZ-Werkstatt:Neues wagen

Für Dirk von Gehlen ist Innovation mehr Haltung denn Technologie. Er kümmert sich bei der SZ um neue Projekte wie den Klimafreitag-Newsletter.

Science-Fiction-Autor William Gibson hat mal gesagt: "Die Zukunft ist schon da, sie ist nur ungleich verteilt." Das bedeutet, dass man aufmerksam durch die Welt gehen muss, um herauszufinden, was morgen oder gar übermorgen wichtig wird. Es erinnert uns daran, dass Innovation kein abstraktes Konzept ist, sondern Folge dessen, was wir heute tun. Wer sich beruflich mit der Zukunft befasst, kann in dieser Haltung zum Neuen etwas finden, was die Voraussetzung für jegliche Form von Zukunftsfähigkeit ist: Hoffnung. Die Essayistin Rebecca Solnit hat diese mal als wichtige Alternative zu einer Annahme beschrieben, hinter der sich Pessimisten wie Optimisten gerne verstecken: Zukunft sei vorherbestimmt. Wenn das so wäre, würde es keine Rolle spielen, was wir heute tun.

Diese Haltung ist fatal - auch, um herauszufinden, welche Ideen, Texte und Angebote Leserinnen und Lesern übermorgen begeistern können. Daran erinnern uns derzeit Schülerinnen und Schüler, die jeden Freitag für eine andere Klimapolitik auf die Straße gehen - eben weil sie glauben, dass es eine Rolle spielt, was wir heute tun. Die "Fridays for Future"-Bewegung ist nicht nur auf einer abstrakten Ebene ein gutes Beispiel für die Arbeit im Innovationsteam der SZ. Sie gab auch im Frühjahr den Impuls, einen Newsletter zu starten. Er heißt Klimafreitag und steht wie der Prantls-Politik-, der Europa- oder der Österreich-Newsletter in der Reihe zahlreicher Angebote, die die SZ nebst Podcasts, Social-Media-Storys oder auch dem Magazin SZ Langstrecke für die Leser bereithält - neben der gedruckten und digitalen Zeitung freilich.

Wie vieles davon begann auch der Klimafreitag als kleines Experiment, mit dem wir testen wollten, ob es Leser gibt, die regelmäßig eine Mail zur Klimapolitik lesen. Aus dem Test ist ein spannendes Projekt geworden, das ab sofort von einem ganzen Team betreut wird: Marlene Weiß, Pia Ratzesberger, Alex Rühle und ich schreiben nun im wöchentlichen Wechsel. Unter klimafreitag.de können Sie mitlesen und feststellen: Die Zukunft ist schon da. Weitere Newsletter finden sich unter sz.de/newsletter.