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SZ-Werkstatt:Hören statt lesen

Jean-Marie Magro

Jean-Marie Magro, Audio-Redakteur bei der SZ, moderiert den täglichen SZ-Nachrichten-Podcast "Auf den Punkt".

(Foto: Daniel Hofer)

Jean-Marie Magro moderiert den SZ-Nachrichten-Podcast, ein Format, das bei Lesern wie Redakteuren sehr beliebt ist.

Es ist immer wieder seltsam, in der gedruckten Zeitung Werbung für die eigene Arbeit zu lesen. Da steht dann, häufig auf prominentem Platz, eine Anzeige, die einem verrät, die SZ gebe es jetzt auch zum Hören. Mit Betonung auf der zeitlichen Angabe "jetzt". Tatsächlich wirkt es noch immer wie ein Widerspruch, wenn eine fest etablierte Tageszeitung mit einem Mal damit wirbt, dass ihre Redakteure das Tagesgeschehen auch am Mikrofon zusammenfassen und bewerten.

Vor nunmehr eineinhalb Jahren startete "Auf den Punkt", der Nachrichten-Podcast der Süddeutschen. Mittlerweile haben wir schon mehr als 370 Folgen aufgezeichnet und veröffentlicht. "In zehn Minuten den Tag verstehen", so lautet das Motto. Erst fassen mein Kollege Lars Langenau oder ich das Thema des Tages zusammen, danach sprechen wir mit unseren Experten darüber, und schließlich schneiden Kollegen die zahlreichen Versprecher und "Ähms" heraus. Anfangs waren einige Redakteure zurückhaltend ob des Formats, auch der Chef, inzwischen ist die Einladung ins Studio sehr willkommen.

Bei der SZ produzieren wir zurzeit fünf verschiedene Podcasts. Jeweils wöchentlich erscheinen die längeren Formate von jetzt.de, Plan W und der Podcast unserer Sportredaktion. Dazu kommt unser Filetstück "Das Thema", in dem wir jeden Mittwoch ausführlicher, etwa eine halbe Stunde lang, über eine Recherche berichten. Nur "Auf den Punkt" erscheint an jedem Werktag, meist um 17 Uhr. Alle Podcasts sind auf sz.de/podcast, Spotify, iTunes oder in anderen Podcast-Apps abrufbar und können auch abonniert werden.

Ende 2019 wurde "Auf den Punkt" sogar - kein Scherz - mit der "Goldenen Sprechblase" der DB Mobil ausgezeichnet. Und wer im Magazin der Bahn prämiert wird, ist ja dann doch in Deutschland endgültig angekommen ... Insofern sind die SZ-Podcasts inzwischen hoffentlich genauso etabliert wie die Zeitung. Wenn dies ein Podcast wäre, würde ich mich jetzt übrigens mit "Adieu" verabschieden. Da manche Leser aber vielleicht bisher noch gar nichts von uns wussten, schreibe ich lieber: Hören Sie mal rein!

© SZ vom 18.01.2020
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