SZ-Werkstatt Fingerknöchel zwischen den Zähnen

Jan Heidtmann, 52, ist Redakteur im Ressort Meinung und war immer ein schreibender Journalist. Umso spannender ist es jetzt zu erfahren, um wie viel vielfältiger die Stimme im Vergleich zum Stift sein kann.

(Foto: SZ)

Die SZ hat einen neuen Podcast: "Auf den Punkt" erscheint täglich um 17 Uhr und umreißt das Thema des Tages. Redakteur Jan Heidtmann erzählt, wie es ist, als schreibender Journalist vor dem Mikrofon zu stehen.

Von Jan Heidtmann

Die Bilanz der ersten Tage vor dem Mikrofon war verheerend: Ich nuschelte beim Sprechen, das "o" bei Donald Trump verschluckte ich genau so wie das "a". Und was das Sprechtempo anging, das kommentierte eine Kollegin freundlich aber doch bestimmt so: "Es hört sich an, als würdest Du vor einem ICE-Zug davonrennen." Das war der Stand vor ungefähr vier Wochen, wir hatten uns vorgenommen, einen täglichen Nachrichten-Podcast für die SZ zu entwickeln. Das Ergebnis ist seit vergangenen Montag nun immer werktags ab 17 Uhr zu hören und heißt "Auf den Punkt".

Podcast für Podcast entsteht so allmählich eine kleine Audio-Familie in der SZ, zwar eher im Patchwork-Modell als im traditionellen Sinne, aber die Familie wächst stetig. Den Anfang hat im vergangenen November "Das Thema" gemacht, in diesem Podcast wird einmal in der Woche eben das eine große Thema in rund einer halben Stunde analysiert und kommentiert. Im April ist der Plan-W-Podcast dazugekommen, hier geht es um Geschichten von Frauen, die etwas Ungewöhnliches ausprobieren. Und zur WM gab es die "Steilvorlage", die sich selbst von dem frühen Aus für die Deutschen nicht einschüchtern ließ.

Nun also noch der Nachrichten-Podcast "Auf den Punkt". In weniger als zehn Minuten wird hier das zentrale Thema des Tages umrissen und im Gespräch mit einer Kollegin oder einem Kollegen kommentiert. So bekommen Sie auch auf dem Fahrrad, im Auto oder selbst beim Kochen am Abend das Wichtigste von der SZ zu hören. Einigermaßen vernünftig zu sprechen war dabei nur eines der Dinge, die ich lernen musste. Aber es war sicherlich das schwierigste. Ein Trick, der mir bei der Vorbereitung seitdem immer sehr hilft: Einen Fingerknöchel zwischen die Zähne nehmen und dann die Texte laut lesen.

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