Das Beste zuerst: Es gibt bei der SZ eine Schlussredaktion. Und wenn es auch nur ein kleines Team ist, es wurde nicht durch KI ersetzt. Zwar hilft ein Computer-Tool beim Aufspüren von Fehlern in den SZ-Texten, aber auch das ist keine KI (obwohl es bei seinen mitunter sehr kuriosen Vorschlägen ebenfalls zu halluzinieren scheint). Die Arbeit wird also immer noch von Menschen mit Hirn, scharfem Auge und Sprachgefühl gemacht. Sie achten auf Orthografie, Grammatik, auf Plausibilität, Stimmigkeit und Stilistisches. Wie schreiben wir den Gazastreifen? (Ohne Bindestrich.) Heißt es die Maß Oktoberfestbier oder die Mass? (Letzteres.) Bedeuten die Wörter zeitgleich und gleichzeitig dasselbe? (Nein.) Das sind noch die sehr leichten Fragen. Sie zeigen aber: Neben den eindeutigen Patzern, meist sind dies tempobedingte Flüchtigkeitsfehler, gibt es jede Menge Zweifelsfälle, die im Team gelöst werden, mit der Reporterin oder dem Autor oder den Zuständigen in den Ressorts. Ein hilfreiches Regelwerk ist der Duden – der allerdings lässt uns seit der Rechtschreibreform vor bald 30 Jahren immer wieder aufs Neue staunen (z. B. ohneeinander, vonseiten, zulasten alle in Zusammenschreibung). Darüber hinaus recherchieren die Team-Mitglieder stetig im Internet oder im Archiv der SZ. Gibt es den walisischen Fußballstar Christian Bale? (Nein, sein Vorname ist Gareth.) Weil aber in all der Geschwindigkeit nicht jeder Text und Titel, jede Grafik und Bildunterschrift online und in der gedruckten Zeitung bearbeitet werden kann, helfen im Nachgang auch die Userinnen und Leser mit: indem sie uns – in mal mehr, mal weniger nachsichtigem Ton – zusätzliche Korrekturen empfehlen. Ob eine KI es jemals richten wird, das ist ein weiterer Zweifelsfall.
Maxi Frieling, Teamleiterin, hält die Bezeichnung Schlussredaktion für nicht mehr zutreffend. Eher ist es eine Mittendrinredaktion.

